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Basler Architekten brillieren

Es bleibt weiterhin spannend: Das definitive Siegerprojekt für den Erweiterungsbau des Kunstmuseums Basel wird erst im März 2010 gelüftet.

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bz Basellandschaftliche Zeitung

Yen Duong

Die geplante Erweiterung des Kunstmuseums Basel beim Burghof gehört zu einem der bedeutendsten Bauprojekte Basels in den nächsten Jahren. So erstaunte es nicht, als der Basler Regierungspräsident Guy Morin gestern bei der Präsentation des Architekturwettbewerbs von einem «grossen Tag für Basel» sprach. Gross war auch das Schaulaufen der Stararchitekten am Wettbewerb. «Es ist die Weltelite, die den Weg nach Basel gefunden hat», meinte Kantonsbaumeister und Juryleiter Fritz Schumacher. Gleich fünf Träger des renommierten Pritzker-Preises beteiligten sich am Wettbewerb: Zaha Hadid (gescheiterter Stadt-Ccasino-Neubau), Tadao Ando, Rafael Moneo, Jean Nouvel und Peter Zumthor. Zudem konnten es auch Ai Weiwei (China) und SANAA (Japan) nicht lassen, ihre Ideen für den Erweiterungsbau des Museums einzureichen.

Das Rennen machten aber schliesslich zwei Basler Architekturbüros: Die Jury zeichnete von den 23 eingereichten Projekten das Büro Christ + Gantenbein mit dem ersten Preis im ersten Rang aus. Der zweite Preis im dritten Rang geht an Diener & Diener Architekten. Das Spezielle: Das Projekt von Made IN/tekhne im zweiten Rang wird nicht weiterverfolgt, aber wegen vielen interessanten Überlegungen angekauft. Dass zwei Basler Architekturbüros weit oben abschneiden, hat laut Schumacher damit zu tun, dass es wohl schwierig für ausländische Architekten ist, sich «in die Massstäblichkeit der Schweiz hineinzudenken».

Der Direktor des Kunstmuseums, Bernhard Mendes Bürgi, ergänzte, dass das Resultat den internationalen Rang der Basler Architekturszene demonstriere. Die beiden Basler Architekturbüros werden nun zur Weiterbearbeitung ihrer Pläne eingeladen. Der Entscheid über das definitive Siegerprojekt soll im kommenden März fallen. Das Projekt von Christ + Gantenbein sieht eine unterirdische Verbindung vom Alt- in den Neubau vor, das Projekt von Diener & Diener Architekten eine oberirdische.

Der 100 Millionen teure Bau soll je hälftig vom Kanton und Privaten berappt werden. Die Betriebskosten belaufen sich jährlich auf fünf Millionen Franken - laut Guy Morin höher als ursprünglich angenommen. Er ist überzeugt, dass die Investition trotz Wirtschaftskrise und Sparankündigungen der Regierung nötig ist: «Der Erweiterungsbau ist eine einzigartige Möglichkeit, unser Juwel, das zurzeit im Kellerdepot ist, der Öffentlichkeit näher zu bringen». Denn das 1936 gebaute Kunstmuseum beherberge die älteste öffentliche Kunstsammlung der Welt und zähle international zu den führenden Museen seiner Art. «Weil aber der Raum dazu fehlt, können nur gerade fünf Prozent dieses kulturellen Erbes der Bevölkerung dauerhaft zugänglich gemacht werden», sagte Morin. Im Weiteren hätte Basel-Stadt in der Vergangenheit in wirtschaftlich schwierigen Zeiten immer in die öffentliche Kunstsammlung investiert. «Der Erweiterungsbau ist nicht eine Investition für fünf oder zehn Jahre, sondern für die nächsten 100 Jahre», betonte Morin.

Der Grosse Rat muss den Erweiterungsbau noch absegnen. Vorgesehen ist, dass der Ratschlag mit Baukredit Ende 2010 ins Parlament gelangt. Verläuft alles nach Plan, soll der Neubau Ende 2015 eröffnet werden. Möglich wird das Bauvorhaben auf dem Burghof durch eine Schenkung der Basler Kunstmäzenin Maja Oeri (die bz berichtete).

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