Niederlande
Beten seit über 700 Stunden: So will Kirchgemeinde die Abschiebung von Flüchtlingen verhindern

Um eine armenische Familie vor der Abschiebung zu bewahren, feiert die Bethel-Gemeinde in Den Haag seit dem 26. Oktober ununterbrochen Gottesdienst.

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2009 flüchtete die Familie Tamrazyan aus Armenien in die Niederlande. Nachdem sie Mitte September einen Abschiebungsentscheid bekam, wandte sich die 21-jährige Tochter Hayarpi via Twitter direkt an die Politiker und bat diese um Hilfe, denn: «Sie haben die Macht zu helfen.»

Nicht die Politiker, sondern ein Pfarrer erhörte diesen Hilferuf sofort: Axel Wicke von der Bethel-Gemeinde in Scheveningen bei Den Haag. Er liess die Tamrazyans nicht nur in seinem Gemeindezentrum wohnen, wie Euronews berichtet, er liess sich auch etwas besonders Ausgeklügeltes einfallen: Um die Familie vor der Abschiebung zu bewahren, begann er am 26. Oktober mit einem Gottesdienst, der bis jetzt andauert.

Denn: Gemäss niederländischem Gesetz dürfen Behörden Kirchen nicht während eines Gottesdienstes betreten. Und so betet die Gemeinde seit über 700 Stunden für die Familie:

Die Kirchgemeinde hofft nun, bei der Einwanderungsbehörde etwas erreichen zu können. Das Schicksal der Familie und die spezielle Aktion hat immerhin bereits weitere Pfarrer sowie Unterschriftensammler und Spender auf den Plan gerufen. (smo)

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