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«Betrieb weitsichtig führen»

Mit dem Alterszentrum verbunden: Noch-Vereinspräsident Ruedi Wirth. (Bild: Barbara Vogt)

Wirth

Mit dem Alterszentrum verbunden: Noch-Vereinspräsident Ruedi Wirth. (Bild: Barbara Vogt)

Das Alterszentrum Schöftland soll eine AG werden, Präsident Ruedi Wirth sagt, warum

Barbara Vogt

Der Verein Regionales Alterszentrum Schöftland entscheidet an der ausserordentlichen Generalversammlung über die Überführung des Zentrums in eine nicht gewinnorientierte Aktiengesellschaft. Die 200 Namenaktien werden den acht Vertragsgemeinden Attelwil, Kirchleerau, Moosleerau, Reitnau, Schlossrued, Schmiedrued, Schöftland sowie Staffelbach übertragen. Noch-Vereinspräsident Ruedi Wirth aus Staffelbach erklärt, wie wichtig die Änderung der Rechtsform ist.

«Regionales Alterszentrum Schöftland AG» soll das neue Zentrum heissen. Was für Vorteile bietet eine Aktiengesellschaft?

Ruedi Wirth: Das Zentrum ist in den letzten Jahren zu einem Unternehmen mit 150 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 9 Millionen Franken gewachsen. Es ist einer der grössten Arbeitgeber der Region. Für einen solchen Betrieb ist die Vereinsform atypisch, er muss nach wirtschaftlichen Kriterien und mit Weitsicht geführt werden. Mit der neuen Rechtsstruktur bekommt der Verwaltungsrat mehr Spielraum, er kann frei entscheiden - etwa über Projektvorhaben - und muss dafür keine ausserordentlichen Generalversammlungen mehr einberufen.

Mit der Gründung einer Aktiengesellschaft geht das Zentrum an die Vertragsgemeinden über.

Wirth: Die heutige Generalversammlung bietet den Vertragsgemeinden 200 Namenaktien im Gesamtwert von 200 000 Franken an. Der Verteilschlüssel wird nach den Einwohnerzahlen der jeweiligen Gemeinde vorgenommen. Die Herbstgmeinden stimmen über diese Schenkung noch ab. Widerstand gibts wohl kaum, die Gemeinden sind uns stets wohlgesinnt. Früher oder später ist jeder Pflegebedürftige froh um ein Altersheim.

Durch die Schenkung der Aktien werden die Gemeinden Aktionäre. Ihr Einfluss und Mitspracherecht aufs Zentrum wird grösser, im Gegenzug müssen sie mehr finanzielle Verantwortung übernehmen. Durch das neue Pflegegesetz wird dies nötig, der Kanton leistet keine Baubeiträge an neue Alters- und Pflegeheime mehr.

Ist ein Ausbau des Zentrums geplant?

Wirth: Wir müssen attraktiv und konkurrenzfähig bleiben. Die kommende Generation von Altersheimbewohnern wird anspruchsvoller. Unsere Zimmer stammen aus den 50er-Jahren; sie sind zu klein und entsprechen nicht mehr dem Standard. Den Ausbau müssen wir angehen, die neuen Aktionäre können wir von Anfang an einbeziehen.

Haben Sie auch über eine andere Form als über eine AG nachgedacht?

Wirth: Über die Rechtsstruktur haben wir uns lange Gedanken gemacht. Zur Diskussion stand eine GmbH oder eine Stiftung. Letzteres erschien uns zu starr. Wir sind überzeugt, die richtige Lösung gefunden zu haben. Mit der Gründung einer AG übernehmen wir im Aargau auch eine Vorreiterrolle.

Welche Aufgaben übernimmt der jetzige Verein des Alterszentrums?

Wirth: Dieser wird sich vermehrt sozialen Bereichen zuwenden und Gönner werben. Das Guthaben des Vereinskontos von 20 000 Franken behält der Verein, ausserdem geht der Fehlmann-Fonds mit 100 000 Franken an den Verein über.

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