Boni-Limite für BKW, BeKB, BLS und Co?

Unternehmen, an denen der Kanton beteiligt ist, haben einen Vorbildcharakter: Deswegen will sich der Regierungsrat für eine Obergrenze der Boni in diesen Unternehmen und Institutionen einsetzen. Dazu gehören neben der BKW Firmen wie BeKB, Bedag, BLS oder die Regionalen Spitalzentren.

Bruno Utz

«Gemischt-wirtschaftliche Unternehmen, an denen der Kanton beteiligt ist, haben einen gewissen Vorbildcharakter. Daher befürwortet der Regierungsrat bei diesen Unternehmen grundsätzlich Massnahmen, insbesondere gegen überhöhte variable Vergütungen.» So begründet der Regierungsrat in seiner Antwort zu einem Vorstoss von Maria Iannino Gerber (Grüne/Hinterkappelen) seine Bereitschaft zum Handeln. Namentlich will er prüfen, ob und wie sich der Kanton dafür einsetzen kann, dass Obergrenzen für variable Vergütungen in den erwähnten Betrieben festgelegt werden können. Er empfiehlt dem Grossen Rat, diesen Punkt des Vorstosses als Postulat zu überweisen.

Davon betroffen wären Aktiengesellschaften wie Berner Kantonalbank, Bedag Informatik AG, BLS AG, aber auch die Regionalen Spitalzentren oder regionale Verkehrsunternehmen wie RBS, asm und MOB.

BKW Energie AG erfüllt Forderungen

Damit weitet der Regierungsrat den Kreis der Unternehmen aus. Iannino hatte vor allem die BKW Energie AG im Visier. Als börsenkotiertes Unternehmen übertrifft die BKW die Forderungen Ianninos jedoch bereits. Deshalb will der Regierungsrat diesen Motionspunkt annehmen und als erfüllt sogleich abschreiben lassen.

Wie der Regierungsrat festhält, erhalten die BKW-Verwaltungsratsmitglieder keine Boni. Der Verwaltungsrat legt jedoch seine eigenen Bezüge fest und diejenigen der Unternehmensleitung. Letzteren winken in Abhängigkeit von Geschäftserfolg sowie Aufgabenerfüllung und Leistungen Boni von bis zu 25 Prozent der festen Entschädigungen. Eine eigentliche Begrenzung der Entschädigungen für Verwaltungsrat und Geschäftsleitung gibt es jedoch nicht.

Laut den BKW-Finanzberichten für die Jahre 2008 und 2007 erhielt der Verwaltungsrat letztes Jahr insgesamt 1,255 Millionen Franken an Vergütungen (Vorjahr: 1,413 Mio. ) ausbezahlt. Davon flossen 388 000 Franken an VR-Präsident Fritz Kilchenmann (VJ: 391 000).

Die seit April 2008 fünf (vorher vier) Mitglieder der BKW-Unternehmensleitung erhielten letztes Jahr 2,739 Millionen Franken (VJ: 2,168) vergütet. Davon waren 13,1 Prozent (VJ: 14,2) Erfolgsbeteiligungen. An BKW-Direktionspräsident Kurt Rohrbach flossen letztes Jahr insgesamt 761 000 Franken (VJ: 687 000).

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