Groupe de Refléxion
Das ganze Limmattal im Blick

Eine ganze Reihe von Denkanstössen zur Zukunft des Limmattals präsentiert die Groupe de Réflexion. Am Anfang steht die Bildung eines interregionalen Identitätsbewusstseins.

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Limmattaler Zeitung

Sidonia Küpfer

«Das Limmattal hat die Chance, als gesamte Region mithilfe von geeigneten Strukturen verstärkt in die Zukunft zu planen», fasst Bruno Hofer die Quintessenz der Groupe de Réflexion zusammen. Hofer ist Geschäftsleiter der Standortförderung Limmattal, welche die Denkergruppe angeregt und mit einem Bericht zur Zukunft des Limmattals beauftragt hat. Er gehört der Gruppe auch selbst an.

Bislang habe das Limmattal sein Schicksal mehr oder weniger erduldet, es aber nicht wirklich selbst strukturiert geplant, führt Hofer weiter aus: «Mit einer solchen Gesamtperspektive soll die Region ihre Zukunft besser in den Griff bekommen.»

Der rund 40 Seiten starke Bericht «Zukunft Limmattal» will die Region als «Raum von nationaler Bedeutung» etablieren. Die «hinderlichen» Kantonsgrenzen zwischen Zürcher und Aargauer Gemeinden im Limmattal gelte es zu überwinden. Projekte wie der Agglomerationspark oder die Stadtbahn gingen in die richtige Richtung. Unter dem «Limmattal» versteht die Gruppe den Bereich von der Stadtgrenze Zürichs bis nach Brugg mit einem Kernbereich von Schlieren bis Baden.

Sich als Limmattaler fühlen

Allerdings stellt der Bericht fest, dass sich Limmattalerinnen und Limmattaler in aller Regel als ihrer Gemeinde zugehörig fühlten. Ein «innerregionales Identitätsbewusstsein» fehle hingegen. So seien auch kaum kulturelle Anlässe für das ganze Limmattal auszumachen, die ein überregionales Zusammengehörigkeitsgefühl und somit das Verständnis für die gegenseitigen Anliegen anregen könnten. Solche Events gelte es zu fördern, hält der Bericht fest und setzt das Ziel: «Das Limmattal entwickelt einen breiteste Kreise ansprechenden Magnetanlass mit nationaler Strahlkraft und Beteiligung.»

Eine von vielen Parallelen zwischen Aargauer und Zürcher Gemeinden des Limmattals, die der Bericht festhält, besagt: Die Limmattaler Gemeinden fühlten sich tendenziell in der Prioritätenordnung ihrer jeweiligen Regierungen «nicht an oberster Stelle». Deshalb schlägt der Bericht Partizipationsstrukturen vor, welche die Bevölkerung «am Entstehen eines einheitlichen Limmattaler Raums» teilnehmen lassen. Auch die Schaffung eines Regionalrates mit Behördenmitgliedern der Limmattaler Gemeinden wird angedacht, der die Leitlinien für die zukünftige Entwicklung beraten würde. Weitere Vorschläge:

• Im Bereich der Infrastruktur brauche es eine integrierte Gesamtplanung. «Das Limmattal muss seine starke Position geltend machen.»
• Die Branchenvielfalt der Wirtschaft sei zu erhalten. Eine proaktive Ansiedlungsstrategie wäre aber wünschbar.
• Das Spannungsgefälle, das durch den Wechsel zwischen städtischen und ländlichen Gebieten entstehe, sei zu erhalten. So sei eine gemeindeübergreifende Siedlungsentwicklung und eine Übersicht über die noch vorhandenen Flächenreserven erforderlich.
• Die demografische Entwicklung und die soziokulturelle Vielfalt verlangten eine Gesamtschau über das Limmattal als attraktive Wohnregion.

Eine Kampagne fürs Limmattal

Punkto Ausstrahlung der Region kommt der Bericht zu einem eindeutigen Schluss: «Eine Verbesserung des Images ist dringend notwendig.» Nur zu oft werde das Limmattal gleichgesetzt mit Verkehr, Stau und Lärm. Um im Standortkampf der Regionen bestehen zu können, soll eine «professionelle Reputationskampagne» lanciert werden. Und Bruno Hofer hofft: «Der Bericht soll eine Diskussion auslösen, von der das Limmattal profitiert.»

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