Gras
Das Gras – unser aller Futter

Gestern wurde die internationale Fachmesse «Gras 09» eröffnet. Auf dem Gelände zwischen Oensingen und Kestenholz werden bis am Sonntagabend auf über 20 Hektaren die landwirtschaftlichen Forschungs-Errungenschaften präsentiert. Auch für Laien wird etwas geboten: zum Beispiel ein Kuhrennen.

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Solothurner Zeitung

Myriam Sperisen

Die AGFF steht seit 75 Jahren gut im Futter

Die Leistungsschau «Gras 09» findet anlässlich des 75-jährigen Bestehens der Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Futterbaus (AGFF) statt. Der OK-Präsident Paul Steffen zeigt Perspektiven rund ums Futter auf. Es sei wichtig, wenn die landwirtschaftliche Forschung den Laien nicht vorenthalten werde. Die Vision der AGFF besteht laut Presseunterlagen darin, Wissen zu erarbeiten und es für eine wirtschaftliche und naturgemässe Bewirtschaftung der Wiesen und Weiden einzusetzen. Weiter sind die Involvierten an optimaler Nutzung des betriebseigenen Raufutters interessiert. Fachliche Grundlage bildet die enge Zusammenarbeit mit Forschungs- und Beratungsinstituten sowie der Praxis in allen drei Sektionen: Deutschschweiz, Romandie und Tessin. Für Bauern und andere Interessierte stehen Lehrmittel und Vorträge im Angebot. Und: «Für interessierte Auftraggeber erstellen wir futterbauliche Gutachten», heisst es. «Die Graswirtschaft prägt sowohl die Schweizer Landwirtschaft wie auch unsere Landschaft. Ohne Gras gäbe es keine Milch, keinen Käse und auch kein Fleisch», führt Steffen vor der Presse aus. Deshalb habe man auch den Namen «Gras 09» gewählt. Das Grasland sei der am weitesten verbreitete Landschaftstyp in der Schweiz. (my)
Weitere Infos www.agff.ch

Auf dem Gelände war schon gestern, zu Beginn der Fachmesse, reges Treiben angesagt. Paul Steffen, OK-Präsident, betonte vor den Medien, dass es wichtig sei, die Errungenschaften der landwirtschaftlichen Forschung auch den Laien näher zu bringen. Hansjörg Walter, Präsident des Schweizerischen Bauernverbandes hielt fest: «Wir feiern hier nicht einfach ein Waldfest, sondern ein Wiesenfest. Es geht um Gras - wichtigstes Futtermittel der Schweizer Landwirtschaft.» Es sei wichtig, dass günstige Produktion mit den Faktoren Verwertung, Milch und Fleisch kombiniert würden. «Ich finde es toll, dass die Initianten diese Fachmesse organisiert haben - und das im Herzen Europas», so Walter.

«In der Qualität nachweisbar»

Europa: das Stichwort war gefallen, in der EU werden 65 Prozent des Futterbedarfs von Vieh durch Mischfutter gedeckt, der Rest mit Gras (auch in verarbeiteter Form). In der Schweiz ist es genau umgekehrt: «Eine Sondersituation», so Manfred Bötsch, Direktor des Bundesamtes für Landwirtschaft.

Auch Bötsch betonte somit vor den Medien die Wichtigkeit von Gras in der Schweizer Landwirtschaft: «Dreiviertel des Grünlandes an landwirtschaftlicher Fläche macht es in der Schweiz aus.» Somit sei Gras ein Imageträger der Landwirtschaft, eine der tragenden Säulen. Schliesslich sei dies auch in der Qualität der Milchprodukte sowie des Fleisches nachweisbar. «Es besteht ein zunehmend wachsendes Spannungsfeld, wo es darum geht, wer am besten mit knappen Ressourcen umgehen kann», ergänzte Bötsch. OK-Präsident Steffen: «Wir werden gefordert sein, die Effizienz und Umweltverträglichkeit unserer Produktionssysteme weiter zu verbessern und den Absatz unserer Qualitätsprodukte des Graslandes zu sichern und weiter zu steigern.» Er nahm damit Bezug auf das Thema «CO2-Emissionen», noch bevor jemand konkret diese Frage stellte.

Wichtige Prognosen

Im Vorfeld der «Gras 09» waren für die Organisatoren vor allem zwei Prognosen wichtig, jene zum Wetter und die periodischen Situationsberichte des Bundesamtes für Gesundheit zur Grippe H1N1, der «Schweinegrippe». Schlechtes Wetter wird allerdings jetzt weniger stark empfunden, als wenn sich die Grippe-Pandemie kritisch entwickelt hätte: «Somit hätten wir auf den Anlass verzichten müssen», so Steffen.

Bereits gestern standen Fachvorträge («Warum Klee-Gras-Mischung?»), Maschinendemonstrationen («häckseln, laden pressen...»), Ausstellungen («Am Anfang ist das Saatgut») auf dem Programm, sowie der «Dörfliabend» mit Beiträgen von Musik- und Gesangsvereinen der Region. Schliesslich wird es doch noch ein waschechtes Wiesenfest geben: heute Freitagabend, sowie am Samstag: «Oktoberfest» steht auf dem Programm.

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