Den Nachwuchs fest im Visier

Volltreffer: Die Jungschützen Yves Gygi (3.), Sieger Jerôme Marti und Benjamin Heri (2., von links) nehmen am Kantonalschützenfest beider Basel auf Sichtern die Glückwünsche von Verbandspräsident Walter Harisberger entgegen. Zu den Gratulanten zählt auch OK-Präsident Peter Holinger (ganz rechts). (Jürg Gohl)

Schiessen_dsc.jpg

Volltreffer: Die Jungschützen Yves Gygi (3.), Sieger Jerôme Marti und Benjamin Heri (2., von links) nehmen am Kantonalschützenfest beider Basel auf Sichtern die Glückwünsche von Verbandspräsident Walter Harisberger entgegen. Zu den Gratulanten zählt auch OK-Präsident Peter Holinger (ganz rechts). (Jürg Gohl)

Schiessen will nicht mehr nur mit Folklore und Wehrtüchtigkeit in Verbindung gebracht werden. Die Sportart kämpft um ein neues Image, man fängt damit beim Nachwuchs an und hat Erfolg.

Jürg Gohl

Die 20 Jungschützinnen und -schützen wirken äusserst konzentriert, wenn sie sich auf ihrem Platz im Schiessstand einrichten. In wenigen Minuten beginnt der Final. Dann zählen all die schönen Volltreffer aus der Qualifikation gleich viel wie die Hülse, die bei jedem Schuss zurückbleibt. Bei den drei Probeschüssen gesellt sich jeweils ein Trainer zu jedem Schützling. Sobald es aber zählt, sind die Jugendlichen auf sich alleine gestellt. Ähnlich wie im Spitzentennis ist es dem Betreuer von da an untersagt, noch Ratschläge zu geben, und ähnlich wie im Spitzentennis können sich nicht immer alle an diese Bestimmung halten.

Am besten zurecht mit diesen Voraussetzungen findet sich Jerôme Marti aus Pfeffingen, der mit 881 Punkten Benjamin Heri (Liesberg) mit einem winzigen Pünktchen Vorsprung auf Platz zwei verweist. Alle wurden allerdings vom jüngeren, erst 16-jährigen Raphael Weber übertroffen, der bei den Junioren mit 907 Punkten überlegen siegte. Und vielleicht hätten noch höhere Punktzahlen herausgeschaut, hätte die Sonne nicht so grell geschienen.

Lehrtafeln statt Aschenbecher

Es sind nicht nur diese Spitzenresultate und die enge Betreuung, die einem vor Augen führen, dass im Schiesssport heutzutage entschieden auf den Nachwuchs gesetzt wird. Auch Details im Schiessstand verraten dies: An den Wänden hängen grosse Plakate, auf denen das richtige Atmen oder das richtige Anlegen des Gewehrs gezeigt wird. Die jungen Schützen tragen teils Spezialkleidungen. Und die traditionellen Aschenbecher, die noch vor kurzem in jeden Schiesstand gehörten, sind inzwischen verbannt.

Und schliesslich haben die Veranstalter des 25. Kantonalschützenfests, das am kommenden Wochenende auf Sichtern abgeschlossen wird, den Jugendtag vom letzten Sonntag in Programmen und Reden immer wieder als einen der Höhepunkte des dreiwöchigen Anlasses angeführt.

«Das ist für mich der wichtigste Tag des ganzen Kantonalschützenfests», hatte Walter Harisberger am Sonntagabend ins Mikrofon gesagt, ehe er gemeinsam mit OK-Präsident Peter Holinger zur Siegerehrung der beiden Nachwuchskategorien schritt. 99 Jugendliche hatten am Wettkampf mitgemacht, 73 davon bei den Jungschützen, 26 bei den Junioren, die erst 16 Jahre und jünger sind.

Auf Nachwuchs gesetzt

Tatsächlich ist dem Präsidenten der Baselbieter Schützen nicht bang um die Zukunft seiner Sportart, obwohl das Schiesswesen derzeit im Gegenwind steht.

«Wir verfügen über eine solide Basis», stellt er fest, «wir machten schon deutlich schlechtere Zeiten durch.» In den Vereinen wurde zuletzt entschieden auf die Karte Nachwuchs gesetzt. Und erfreut wird registriert, dass auch der Anteil der jungen Frauen wächst, die sich hinter ein Gewehr legen. Das macht auch Jessica Harisberger, die Tochter des Präsidenten. Obwohl sie unter den Jungschützen zu den jüngsten zählt, entschied sie die Qualifikation vor 71 jungen Schützen und vier Schützinnen für sich.

Meistgesehen

Artboard 1