Der lange Stromknatsch endet mit dem Status quo

Das lange Seilziehen um das Staretschwiler Stromnetz ist zu Ende. Das Netz bleibt im Besitz der AEW und wird nicht übertragen an die Elektra Oberrohrdorf. Ihr und der Gemeinde waren die Trennungskosten von 1,2 Millionen zu hoch.

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Aargauer Zeitung

Andreas Tschopp

«Aufgrund der aktuellsten Ausgangslage spricht sich der Gemeinderat für die Beibehaltung des Status quo aus»: Diese Ankündigung machte Vizeammann Kurt Scherer an der Gemeindeversammlung in Oberrohrdorf. Er zog damit das Fazit unter eine Auseinandersetzung, die im Frühjahr 2007 begann.

Damals hatte der Gemeinderat die Absicht verkündet, das der AEW gehörende Stromnetz im Ortsteil Staretschwil mit jenem der Genossenschaft Elektra Oberrohrdorf zusammenzulegen, um künftig die Energieversorgung in der Gemeinde zu vereinheitlichen. Die AEW war nicht begeistert davon und legte ihrerseits ein Kaufangebot vor für das Netz der Elektra. Sie lehnt dieses bis heute kategorisch ab.

Ende 2007 Geschäft zurückgewiesen

Ende 2007 wurde das Geschäft vom Souverän an den Gemeinderat zurückgewiesen, mit dem Auftrag, Varianten (auch den Status quo) zu prüfen. Zuerst war umstritten, ob der Konzessionsvertrag rechtzeitig gekündigt wurde. Die Geister schieden sich weiter am Preis für die Netzübernahme. Es kam so weit, dass die Gemeinde und die AEW nur noch über Anwälte miteinander verkehrten. Nach langwieriger Auseinandersetzung wurde letztlich ein Experte bestimmt, der das Netz bewerten sollte. Diese Netzbewertung lag Ende 2009 vor. Sie zeigt, dass der reine Übernahmepreis 2,471 Millionen beträgt.

Dazu kommen Anpassungskosten von rund 1,2 Millionen. «Diese sind für die Elektra zu hoch», sagt Präsident Samuel Meier, der die Ausführungen des Vizeammanns kommentarlos mitverfolgt hat. Meier sagte auch nichts, als Scherer betonte, dass der «vertragslose Zustand» mit der Elektra beendet werden soll durch Abschluss eines neuen Konzessionsvertrags gleichen Inhalts wie mit der AEW, den die Gemeinde erneuern will. Diese verzichtet selber darauf, das Netz in Staretschwil zu erwerben.

AEW zeigt sich froh über den Ausgang

«Ich bin froh, dass das Geschäft auf konstruktive Weise abgeschlossen werden konnte», sagte René Soland, der neu den Netzbereich der AEW leitet. Er habe das Dossier «völlig emotionslos» angegangen, meint Soland und betont: «Das Gutachten hat uns geholfen.»

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