Derendingen

Natelantennen verursachen Strahlen, diese Tatsache ist unbestritten. Umso umstrittener ist dafür jenes Baugesuch einer solchen Anlage in Derendingen SO eines Mobilfunkanbieters. Die Swisscom stösst auf Widerstand von Anwohnern, die den Bau einer Mobilfunkantenne verhindern wollen.

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Natelantennen-Bau ist sehr umstritten

Natelantennen-Bau ist sehr umstritten

Der Mobilfunkanbieter will an besagter Adresse nämlich eine Antenne errichten. Auf das Gesuch hin hagelte es gleich 65 Einsprachen gegen das Projekt. Die Derendinger Baukommission wies – sofern sie darauf eintrat – jede einzelne ab und hat den Bau der Natelantenne letzten Mai bewilligt.

«So nicht», dachten sich 26 Parteien und erhoben ihrerseits Einsprache gegen den Entscheid der Baukommission. In zwei Einzel- und einer Sammelbeschwerde mit 24 Zeichnenden. Zwei dieser Einsprachen sind momentan noch hängig. Deshalb gab es am Dienstag einen Augenschein unter der Leitung von Rudolf Eng vom Bau- und Justizdepartement.

Kein Bedarf ist kein Argument

Kritik an der Bewilligung übten die Einsprecher vor allem in zwei Punkten. Sie sind der Meinung, dass die Grenzwerte im an die Antenne grenzenden Haus überschritten werden und dass die Baute den Ortsbildschutz verletze. Weitere Punkte sind die ungeklärte Bewilligungssituation einiger anderer Bauten im Umfeld der Antenne und ob überhaupt Bedarf für eine Anlage besteht.

Den letzten Einwand konnte Eng von Beginn an für nichtig erklären: «Wenn die Anlage zonenkonform ist, spielt der Bedarf keine Rolle. Wenn es in einem Dorf schon vier Bäckereien gibt, kann man eine fünfte auch nicht verhindern mit dem Argument, es brauche sie nicht.» Einer der Einsprecher schien trotzdem beweisen zu wollen, dass es keine Antenne braucht. Er verabschiedete sich kurzzeitig vom Augenschein, nachdem er sein Natel vorher mehrere Male klingeln liess.

Grenzwerte im Dachstock überschritten Weit gewichtiger war jedoch die Frage nach den Grenzwerten. Diese werden nämlich laut Markus Chastonay vom Amt für Umwelt im Dachgeschoss des Standort- Grundstücks überschritten. Und in eben diesem Dachstock befindet sich eine Wohnung.

Die Frage, ob diese genutzt wird, konnte nicht abschliessend geklärt werden, da der Grundstückeigentümer nicht anwesend war. «Wir müssen also davon ausgehen, dass das Geschoss bewohnt wird. Schliesslich wurde die Wohnung vor Jahren als solche von der Baukommission bewilligt», so Eng. Eine Lösung könne auch das Senken der Sendeleistung der Antenne sein.

Zur Beurteilung des Ortsbildschutzes war Samuel Rutishauser vom Amt für Denkmalpflege anwesend. Schliesslich zogen die Einsprecher das Urteil bei einer früheren Antenne an der Hauptstrasse 70 bei. Diese wurde unter anderem aufgrund der Beurteilung von Rutishauser vor Verwaltungsgericht abgelehnt. Diesmal konnte der Denkmalpfleger aber keine Schützenhilfe leisten. «Beim anderen Fall ging es um einen regelrechten Turm in der Nähe eines schützenswerten Objekts. Hier geht es nur um eine Antenne. (mz/gos/kwi)

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