Medizinische Beratungs- und Therapiestelle im Kispi-Rehazentrum Affoltern
Die Teenie-Jahre sind vorbei

Spontaneität war am Donnerstagabend im Affoltemer Kinderspital-Rehabilitationszentrum gefragt - nicht nur bei den Rednern: Das Improvisationstheater Improphil wagte sich unter Regieanweisungen aus dem Publikum auch in den Therapie-Alltag.

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Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern

Von Thomas Stöckli

Rund 60 Personen haben zum Jubiläumsfest der Medizinische Beratungs- und Therapiestelle (MBT) in den Sonnenbühlsaal gefunden. Begrüsst wurden sie von MBT-Leiterin Esther Brüderlin und - in Abwesenheit von Chefarzt Beat Knecht - Oberarzt Andreas Meyer Heim. "Der Umgang mit den Kindern fordert und fördert uns alle fachlich und persönlich", so Esther Brüderlin, ehe sie unter grossem Applaus das MBT-Team, bestehend aus drei Ergo- und drei Physiotherapeutinnen (31⁄2 Vollzeitstellen), vorstellt.

Kinder aus der Region

"Nun seid ihr keine Teenies mehr", weist Dr. Andreas Meyer auf den bedeutenden Altersschritt hin und gibt einen Kurzüberblick über die Geschichte der MBT: 1986 bildete die Regionalgruppe Zürich (RGZ) gemeinsam mit dem Kispi-Rehazentrum und dem Ämtler Schulzweckverband eine Arbeitsgruppe, um Möglichkeiten einer regionalen Therapiestelle zu diskutieren. Zwei Jahre darauf wurde beschlossen, dass das Kinderspital das medizinisch-therapeutische und der Schulzweckverband Logopädie und heilpädagogische Frühförderung übernimmt. "Wir arbeiten mit Kindern aus der Region, die uns von Ärzten überwiesen werden", erklärt Esther Brüderlin. Da die Zahl der zu betreuenden Kinder anstieg und die Raumsituation zunehmend knapper wurde, bezog die Heilpädagogische und Logopädische Frühberatungs- und Therapiestelle im Juli 2000 eigene Räume im Zentrum von Affoltern.

"Die Physiotherapie ist ganz in der Nähe erfunden worden", so Andreas Meyer. Es folgt aber nicht der befürchtet trockene historische Exkurs. Stattdessen liest Meyer aus Johanna Spyris "Heidi" vor, wie die Titelheldin zusammen mit dem Geissenpeter Clara das Gehen beibringt. Nicht nur die Kleinen unter den Zuhörern sind begeistert.

In der folgenden Imrovisations-Show der Luzerner Gruppe Improphil liefert das Publikum Requisiten und Stichworte, welche die Handlung prägen, es bestimmt die Körperhaltung der Akteure und gibt vor, wann diese den Handlungsfaden in Liedform weiterzuspinnen haben. So entstehen absurde Geschichten vom Flugrucksack für den Hund bis zur Dreierhochzeit, ein Dialog zwischen Kind und Therapeut quer durchs Alphabet oder eine in virtuelle Gebärdensprache übersetzte Pressekonferenz mit einer Professorin, die einem Elefanten das Stabhochspringen beigebracht haben soll. "Jede Vorstellung ist Première, Dernière und Uraufführung gleichzeitig", so Reto Bernhard, Künstlerischer Leiter des jungen Ensebles.

Rundgang mit Quiz

"Bei welcher Therapieform wird die Schaukel eingesetzt?", "Welche Farbe hat die schwierigste Route an der Kletterwand?" oder "Was ist im Kispi-Hallenbad wärmer, Luft oder Wasser?" - beim Rundgang mit Quiz können Kinder und Eltern, Ehemalige und Fachpersonen ihre MBT-Kenntnisse unter Beweis stellen. Bei der einen oder anderen Frage ist allerdings auch Schätzen angesagt. Zu gewinnen gibt es nebst medizinischer Massage, Craniosacralbehandlung oder integrativer Kinesiologiesitzung für jeden Quiz-Teilnehmer einen attraktiven Sachpreis, gespendet von Unternehmen aus der Region.

"Unsere Wünsche sind Vorboten der Fähigkeiten, die in uns liegen", so ein Goethe-Zitat. Esther Brüderlin wünscht sich in diesem Sinne für die MBT, dass sie künftig noch besser und noch genauer auf die Bedürfnisse der Kinder eingehen könne.

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