Antibiotika

Doch Antibiotikum in Äpfeln

Die Feuerbrandbekämpfung hat – anders als erwartet – doch Spuren des Antibiotikums Streptomycin in Äpfeln hinterlassen.

Eigentlich hatte der Bund gar keine Kontrollen der Äpfel verlangt, die im Frühling 2008 in der Ostschweiz zur Feuerbrand-Bekämpfung mit dem Antibiotikum Streptomycin behandelt wurden. Erst als die kantonalen Laboratorien der Ostschweiz aus Österreich vernahmen, dass dort Streptomycin-Rückstände in den Äpfeln gemessen wurden, wurden sie aktiv.

«Das Ergebnis war eindeutig», heisst es im gestern veröffentlichten Jahresbericht des Kantonalen Labors Zürich. «Die Früchte aus unbehandelten Anlagen waren frei von Streptomycin, während die Behandlung der Bäume in den meisten Fällen zu Rückständen im Obst führte.» Weil die geringen Rückstände allerdings keine Gefahr für die Gesundheit der Konsumenten darstellten, verzichtete das kantonale Labor auf Beanstandungen.

Honigproben, deren kostenlose Untersuchung angeboten wurde, wiesen ebenfalls Streptomycin auf. Allerdings nur in geringen Mengen, sodass keinerlei Honig vernichtet werden musste.

Sorgenkind Gastgewerbe

Insgesamt prüfte das Labor im Jahr 2008 rund 18 000 Proben von Produkten, die dem Lebensmittelrecht unterstellt sind. 14 000 der Proben stammten aus Lebensmitteln. Von diesen wiederum wichen 13 Prozent von den gesetzlichen Vorgaben ab.

Die häufigsten Mängel gab es laut Medienmitteilung der kantonalen Gesundheitsdirektion bei vorgekochten Lebensmitteln aus dem Gastgewerbe. Gut 1000 Mal wurden hierbei übermässige Verunreinigungen durch Mikroorganismen festgestellt.

Das Gastgewerbe stach bei den Kontrollen sämtlicher Lebensmittelbetriebe im Kanton einmal mehr negativ hervor: Hier wurden - wie in den Vorjahren - die meisten groben Mängel festgestellt. «Mangelndes Wissen im Umgang mit leicht verderblichen Lebensmitteln, eine veraltete Infrastruktur, ein zu grosses Sortiment oder Sparen am falschen Ort waren Ursachen für inakzeptable Verhältnisse», schreibt die Gesundheitsdirektion in ihrer Mitteilung.

Das kantonale Labor kontrollierte sämtliche Lebensmittelbetriebe. In 43 Prozent der Betriebe waren keine oder nur unbedeutende Mängel zu erkennen. Kleine Mängel wurden in 42 Prozent der Betriebe festgestellt. In 14 Prozent der Betriebe besteht «ein deutliches Verbesserungspotenzial» und in 0,8 Prozent der Betriebe war die Lebensmittelsicherheit nicht gewährleistet.

Peperoni verbessert

Eine positive Entwicklung stellte das kantonale Labor bei Peperoni aus Spanien fest: 2008 gab es keinerlei Anlass zu Kritik. Noch im Vorjahr wurden mehr als 20 Prozent der untersuchten Proben wegen Rückständen von Schädlingsbekämpfungsmitteln beanstandet. (mts)

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