«Ein besonderer Freudentag»

Die Stiftung Wohnraum für jüngere Behinderte (WFJB) realisiert in Ebertswil den «Meilihof» – einen Neubau mit 20 Plätzen für Jüngere mit einer Körperbehinderung. Nach langer Planungs- und Projektierungsphase erfolgte nun mit dem «Spatenstich» der Baustart für das 10-Mio.-Projekt.

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Meilihof

Meilihof

Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern

Von Werner Schneiter

«Für mich ist das ein besonderer Freudentag», sagte Stiftungspräsident Alfred Rohner anlässlich des «Spatenstichs» bei seinem letzten offiziellen Auftritt als Präsident; er tritt altershalber zurück. Rohner erinnerte an jenen Menschen, der die Realisierung dieses Projekts erst ermöglichte und ihm nun - zehn Jahre nach seinem Tod - den Namen gibt: Heiri Meili, ein überzeugter Sozialdemokrat und Menschenfreund, der Gerechtigkeit und Menschlichkeit in den Vordergrund stellte. Dieser Heiri Meili beschäftigte auf seinem Hof schwierige Jugendliche, gab ihnen Arbeit, Kost und Logis - und er gründete eine Stiftung zur Eingliederung von Behinderten oder sozialen Randgruppen. Pläne für ein Jugendheim scheiterten damals aber am Veto des Kantons.

2002 fusionierte die WFJB-Stiftung mit jener von Heiri Meili. «Wir hatten das Bauland und starteten mit der Beschaffung der nötigen Mittel», sagte Alfred Rohner. Ein Legat bildet einen grossen Teil des Kapitals. Schliesslich gaben Bund und Kanton im Jahr 2004 grünes Licht. Und Roos Architekten (Rapperswil/Rifferswil) gingen als Sieger des Architekturwettbewerbs hervor, ehe am 23. April 2008 die definitive Genehmigung des Projekts durch den Regierungsrat folgte. Bund und Kanton leisten Mittel in der Höhe von 4,7 Mio. Franken; 5,3 Mio. Franken bringt die Stiftung auf. «Die Finanzierung ist inzwischen gesichert», sagte Thomas Albrecht, Vorsitzender der Geschäftsleitung der WFJB-Stiftung.

Lange Geschichte - aufwändiges Konzept

Auch Ruedi Hofstetter, Chef des kantonalen Sozialamtes, der für den kurzfristig verhinderten Regierungsrat Hans Hollenstein am Spatensicht teilnahm, verlieh seiner Freude Ausdruck: «Es entsteht ein schönes Heim mit Arbeits- und Wohnplätzen», sagte er und erinnerte ebenfalls an Wohltäter Meili, den er persönlich kannte und als sanften Menschen mit grossem Willen und Beharrlichkeit bezeichnete.

Hausens Gemeindepräsident René Hess freut sich vor allem, dass neue Arbeitsplätze und neue Möglichkeiten für Behinderte entstehen - und darüber, dass sich das Projekt gut in die Strukturen des Dorfteils Ebertswil einfügt. Hess erwähnte ausserdem die gute Zusammenarbeit zwischen Stiftung und lokalen Bewilligungsbehörden.

Bernhard Roos, Vertreter der Wettbewerbsieger, verwies auf die anspruchsvolle Topografie und auf das anspruchsvolle Raumprogramm mit drei Gebäudeteilen, die «ortsbaulich verträglich sind» - und auf die vielen vorgängigen Abklärungen, die sich von Finanzierungsfragen über den Landabtausch mit Nachbarn bis zum Energiekonzept mit Holzschnitzelheizungsverbund erstreckten. Letzteres kam auf Initiative der Familie Heer zustande. Roos zollte den Nachbarn wie dem Kanton insgesamt ein Lob, denn der «Meilihof» liegt in der Kernzone. Und zudem ist das Zufahrtskonzept wegen der Topografie ebenfalls anspruchsvoll.

Im Spätfrühling 2010 bezugsbereit

Für Sandro Polo, CEO des Totalunternehmers p-4 AG, Zug, ist der kurz vor Weihnachten erfolgte Auftrag ein «Weihnachtsgeschenk». Er revanchierte sich mit einem Check von 10 000 Franken für die Stiftung, die sich nach seiner Auffassung mit viel Engagement für eine grosse Aufgabe einsetzt. Polo rechnet mit einer 13-monatigen Bauzeit und einer Eröffnung im Spätfrühling 2010.