Ein Dach über dem Kopf

Ein Dach über dem Kopf

Ein Dach über dem Kopf

Laut Bundesverfassung hat jedermann ein Recht auf Obdach. Die Realität ist eine andere. Darum plant das Hilfswerk Hope in Baden nun neun Schlafplätze für Obdachlose.

Nadine Steger

«Bei uns ist jeder willkommen», sagt Sandro Ardu, Wohnheimbetreuer bei Hope. Seit Jahren ist das Projekt «Wohnheim» beim christlichen Sozialwerk Hope ein Thema. Jetzt soll es realisiert werden; bei der städtischen Abteilung Planung und Bau liegt ein Baugesuch vor.

Ab 1. Juni 2010 sollen neun Schlafplätze für sozial randständige Menschen bereitstehen. Das Wohnheim ist aber nicht als dauerhafte Bleibe gedacht. Obdachlose können aber bleiben, bis eine geeignete Anschlusslösung gefunden ist. Das geht von einer Nacht bis sechs Monate.

«Struktur ins Leben bringen»

Erwartet werden primär Menschen mit Suchtproblemen. «Wir wollen sozial isolierten Personen eine Chance geben, Struktur in ihr Leben zu bringen», erklärt Ardu. Deshalb wird er täglich für eine Stunde die Wohngemeinschaft besuchen und die Bewohner betreuen, aber auch kontrollieren, ob die Hausregeln eingehalten werden. Die Hausordnung ist nämlich streng. Hope zeigt den Nutzern so, dass der Alltag Strukturen und die Gemeinschaft Regeln hat, an die man sich zu halten hat. «Auch sollen die Gesetze eingehalten werden», so der Betreuer.

Sandro Ardu ist Sozialpädagoge und einmal in der Woche als Streetworker auf der Suche nach Obdachlosen an der Langstrasse in Zürich. Er wird voraussichtlich für die Betreuung des Wohnzentrums zuständig sein.

Ardu war selber drogensüchtig und weiss deshalb, wie sich Abhängige fühlen und wie schwer der Weg aus der Sucht ist. Er weiss auch, dass es möglich ist, diesen Weg zu finden. Hope arbeitet mit weiteren professionellen Stellen zusammen. In einem Vertrag werden unter anderem persönliche Ziele festgehalten. «Wir möchten die Leute individuell anschauen. Nicht alle haben den gleichen Rucksack auf dem Buckel», sagt der Wohnheimbetreuer.

Das Ziel des Sozialwerkes ist es, mit diesem Projekt sozial randständigen Personen zu helfen, sich wieder in die Gemeinschaft zu integrieren. «Gleichzeitig möchte Hope den Menschen mitteilen, dass es ein solches Wohnheim im Kanton Aargau dringend braucht», sagt Ardu.

Meistgesehen

Artboard 1