Langenthal

Ein düsteres Kapitel

Roland M. Bergert: Früher Verdingkind, heute Autor.

Bergert

Roland M. Bergert: Früher Verdingkind, heute Autor.

«Lange Jahre fremd» ist das Buch über Roland M. Begerts Lebensgeschichte und seine Zeit als Verdingkind. Morgen liest er in Langenthal, begleitet vom Bützberger Musiker Werner Aeschbacher.

In «Lange Jahre fremd» zeichnet Roland M. Begert seine Lebensgeschichte nach und beleuchtet ein düsteres Kapitel der Schweiz. Der Autor bewegt sich dabei im Spannungsfeld zwischen Anklage und Versöhnung. Er wuchs, wie seine Mutter, als Verdingkind auf und war lange Jahre Fabrik- und Hilfsarbeiter. Er wurde gezüchtigt, ausgenutzt, eingeschüchtert und gefügig gemacht - doch er fand einen Ausweg aus dieser schweren Zeit.

Nach dem Abendgymnasium studierte er 1968 als Werkstudent an der Universität Bern und promovierte zum Doktor der Wirtschaftswissenschaften. Eindringlich und zuweilen schmerzhaft schildert Begert die Wehrlosigkeit des Jungen, auf den das Schicksal brutal einknüppelt, der aber seine seelische Unschuld nie verliert.

Untermalt wird die Lesung vom bekannten Bützberger Örgelispieler Werner Aeschbacher. Er spielt seit seiner Jugendzeit Langnauerörgeli und Schwyzerörgeli. Sein Repertoire reicht von alten Melodien aus dem Emmental und der Innerschweiz bis zu neuen, experimentellen Klangräumen. Seine Auftritte mit dem Perkussionisten Martin Hägler seien legendäre Sternstunden, schreiben die Veranstalter in einer Pressevorschau. Und: «Begert und Aeschbacher stehen für einen besinnlichen und zugleich fröhlichen Abend.» Der Ökonomisch-Gemeinnützige Verein des Oberaargau und die Reformierte Kirchgemeinde Langenthal-Untersteckholz organisieren den Anlass gemeinsam. (tg)

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