Ein Trio streitet um zwei Sitze

Die Kandidaten für den Birrer Gemeinderat stellten sich der Wählerschaft. Zwischen den zwei SVP- und dem FDP-Kandidaten waren wenige Unterschiede auszumachen.

Drucken
Ein Trio streitet um zwei Sitze

Ein Trio streitet um zwei Sitze

Max Weyermann

Im Vorfeld der Wahlen vom 13. Juni hatten die Stimmberechtigten Gelegenheit, den drei Anwärtern für die beiden freien Gemeinderatssitze auf den Zahn zu fühlen. Die während zweier Stunden gestellten Fragen widerspiegelten die Bandbreite des Alltags und der möglichen Zukunft von Birr.

Die Ausgangslage präsentiert sich so, dass die Gemeinderäte Marcel Egger (parteilos; Feuerwehr und Feuerpolizei, Polizeiwesen, Versicherungen, Sammelkanal Birrfeld, Militär und Schiesswesen, Zivil- und Bevölkerungsschutz) und Daniel Hablützel (SVP; Soziales, Vormundschaft, Fürsorge, Asylwesen, Zivilstand, Bürgerrecht, Gesundheitswesen, Dorfmuseum, Gewerbe) demissioniert haben. Für die Ersatzwahl vom 13. Juni stellen sich Daniel Zimmermann (FDP, 46, selbstständiger Treuhänder), Tobias Kull (SVP, 34, Betriebswirtschafter in Führungsfunktion) und Hans Peter Meyer (SVP, 44, Geschäftsleitungsmitglied im elterlichen Transportunternehmen) zur Verfügung.

SP-Präsident und Publikum fragten

In einer ersten Runde des von den Ortsparteien organisierten Politabends wurden sie von Hans-Rudolf Sommer, Präsident der SP Birr, zu verschiedensten Themen befragt. Im zweiten Teil kam das Publikum zum Zuge. Es zeigte sich, dass in der rund 4000 Einwohner zählenden Gemeinde auf etlichen Gebieten Handlungsbedarf besteht und dass sich die drei Kandidaten mit ihren spezifischen Fachkenntnissen, ihrem Elan und Teamgeist für zukunftsweisende Lösungen engagieren möchten.

Weitgehende Übereinstimmung

In Sachen Dringlichkeiten herrschte weitgehende Übereinstimmung. Als wichtigste Bereiche wurden die Optimierung der Finanzsituation (die Schulden betragen rund 14 Millionen Franken, der Steuerfuss ist mit 110 Prozent recht hoch), die Steigerung der Lebensqualität in Birr, die weiter zu verstärkende Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden, die Erhaltung einer intakten Infrastruktur, die Bereitstellung eines angenehmen Umfeldes für die Bevölkerung, auch mit speziellen Angeboten für Familien (Tagesstrukturen in der Schule), Jugend und Senioren, genannt. «Im Alter sollte man nicht aus der Gemeinde wegziehen müssen, deshalb braucht es geeigneten Wohnraum für betagte Menschen», lautete ein Fazit.

Attraktiver Dorfkern wichtiges Ziel

Aber auch die Schaffung eines attraktiven Dorfkerns mit Gewerbe, Einkaufsläden und die Ansiedelung von Industriebetrieben wurden als wichtige Ziele bezeichnet. Mit Blick auf die Schuldensituation der Gemeinde müsse die Umsetzung von strategischen Zielvorgaben jedoch zwangsläufig auf finanzieller Tragbarkeit basieren.

Für fast alle Ressorts zu haben

Auf ihre Ressortvorlieben angesprochen, antworteten die Kandidaten, dass sie grundsätzlich bereit wären, praktisch jeden sich aus der Konstellation des Gemeinderates ergebenden Bereich zu übernehmen. Daniel Zimmermann und Tobias Kull wären vom Beruf her speziell für Ressorts mit finanziellem Hintergrund prädestiniert, Letzterer würde auch speziell gerne im Sozialbereich tätig sein; Hans Peter Meyer schliesst das Bauwesen aus, um mögliche Interessenkonflikte mit seinen Geschäftsaktivitäten zu vermeiden.

Keine grossen Unterschiede

Dem Publikum präsentierten sich drei Kandidaten mit generell ähnlichen Ansichten, aber zumindest zum Teil unterschiedlichen beruflichen und persönlichen Grundlagen. Eine Wahlempfehlung abzugeben, wäre vermessen, denn die Stimmbürger werden sich aufgrund ihrer individuellen Eindrücke für die eine oder andere Person entscheiden.

Aktuelle Nachrichten