Aargauer Zeitung
Eine halbe Million für Tempo 30

Tempo 30 ist in Wettingen ein umstrittenes Thema. Die Gegner warnten vor einem «Täfeliwald», hohen Schwellen und Blumenkisten. Doch der Einwohnerrat will 452000 Franken für die Tempo-30-Zonen investieren.

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Keine Angst vor Tempo 30

Keine Angst vor Tempo 30

Roman Schenkel

Umstritten war der Kredit bereits in der Finanzkommission (Fiko). Nur per Stichentscheid des Fiko-Präsidenten Paul Koller (CVP) empfahl die Fiko den Kredit für die Tempo-30-Zonen zur Annahme. «Seit 20 Jahren sind die Wettinger Quartiere als siedlungsorientiert definiert, zudem hat die Bevölkerung in einer Umfrage positiv auf die neuen Tempo-30-Zonen reagiert», erklärte Koller seinen Entscheid.

Die FDP sah dies gleich: «Es ist die Aufgabe der Gemeinde, mit Verkehrsprojekten das Leben für die Bevölkerung sicherer zu machen», sagte Yvonne Vogel. Erstaunt war sie aber über die hohen Kosten. «Die Realisierung der bestehenden Tempo-30-Zonen hat nur 100000 Franken gekostet, die geplanten Zonen kosten aber ein Vielfaches.»

Viele Wettinger profitieren

«Von den neuen Tempo-30-Zonen werden sehr viele Wettinger profitieren», so die Meinung von Stefan Signer (CVP). Der Vorschlag sei, eine einfache Variante Tempo 30 einzuführen. «Zudem haben wirausallenQuartieren positive Rückmeldungen.»

Ganz anders die SVP Wettingen: «Die Gebiete rund um Schulen sind seit Jahren verkehrsberuhigt», sagte Pius Benz. Der Verkehr in den Quartieren komme von den Anwohnern selbst, Tempo 30 nütze daher wenig. Benz befürchtete, dass die Betonsockel, Blumenkisten und Schwellen mehr Kosten und eher zusätzliche Gefahr als mehr Sicherheit darstellten.

Plakate statt «Täfeliwald»

Zur Erheiterung der Debatte trug der Vorschlag von Marie-Louise Reinert (EVP) bei. Sie schlug vor, wegen des «Täfeliwalds» auf Tempo 30 zu verzichten und stattdessen mit einer Plakatkampagne die Autofahrer zum Langsamfahren aufzufordern. «Wettingen ist eine Wohnstadt, bitte fahren Sie langsam», sagte sie und präsentierte einen Plakatentwurf. Dem widersprach Joseph Wetzel von der SP: «Es gibt kein Signalisationswirrwarr, nur eingangs Tempo-30-Zone werden Schilder aufgestellt.» Der Antrag Reinert wurde abgewiesen und der Einwohnerrat bewilligte das Kreditbegehren von 452000 Franken.

Bedarf an Krippenplätzen hoch

Gemeinderätin Yvonne Feri beantwortete eine Interpellation zu den Krippenplätzen. Seit sieben Jahren besteht der Krippenpool. In den Poolkrippen werden rund 320 Kinder betreut, auf der Warteliste stehen über 170. Der Krippenpool will nun über die Zukunft nachdenken, denn der Bedarf an Plätzen steigt an. «Wir beabsichtigen eine Strategie zu erarbeiten», teilte Gemeinderätin Yvonne Feri mit. «Wenn Wettingen seinen Anteil bewilligt, soll Ende Jahr mit den Arbeiten begonnen werden», sagte Feri.

Seit das Limmtakraftwerk saniert ist, steht die Mauerkrone als Spazierweg nach Neuenhof offen. Wettingen hat diesen Übergang mit einem Weg erschlossen. Dank Unterstützung des Elektrizitätswerks der Stadt Zürich (EWZ) kostete dieser nur 175000 statt der erwarteten 226000 Franken.

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