Naturparadies
Eine Hektar Landschaft aufgewertet

In Beinwil am See ist in diesem Frühjahr eine Parzelle, die an den Hallwilersee angrenzt, zu einem Naturparadies umgestaltet worden. Doch dabei bleibt es nicht, weitere Aufwertungsmassnahmen sind vorgesehen.

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Aufwertung Beinwil am See

Aufwertung Beinwil am See

Lenzburger Bezirks-Anzeiger

Alfred Gassmann

Wuchernde Brombeersträucher, Fichten, zwei vernachlässigte Hecken und ein verlandeter Tümpel: Eine an den See grenzende Parzelle auf dem Gemeindebann Beinwil am See präsentierte sich düster und nicht mehr gepflegt. Das Auge des Fachmannes erkannte auf den ersten Blick, welch wertvolles Potenzial das pflegebedürftige Grundstück für die Natur durch seine Lage in sich birgt. Glückliche Umstände führten dazu, dass die eine Hektar umfassende Parzelle von der verkaufswilligen Erbengemeinschaft abgetreten wurde und im Dezember 2009 in das Eigentum einer neuen Stiftung überführt werden konnte.

Der Grundstückkauf und das Aufwertungsprojekt werden getragen von der Stiftung Fonds Landschaft Schweiz, dem Kanton Aargau und der Stiftung Kulturlandschaft Aare Seetal. Bereits im letzten Herbst wurden eine Hainbuchhecke sowie eine Hecke entlang des vorbeiführenden Flurweges massiv zurückgeschnitten und mit einheimischen Sträuchern ergänzt. Die mit Liguster, Tierlibaum, Schwarzdorn, Schneeball, dem schwarzen Holunder und sogar Wildrosen bepflanzte Hecke gedeiht und blüht.

Grosseinsatz in diesem Frühjahr

Unter der kundigen Führung der Landschaftsarchitekten Victor Condrau und Elisabeth Dürig, Hunzenschwil, sowie Gartenbauer Kurt Werder, Fahrwangen, krempelte eine Zivildienstgruppe auf dem Grundstück die Ärmel hoch. Eine kranke Birke wurde gefällt, Brombeersträucher samt Wurzeln entfernt, Ast- und Steinhaufen angelegt und der bestehende Tümpel entschlammt. Betriebsleiter Ueli Wanderon vom Forstbetrieb aargauSüd fällte gezielt einzelne Fichten. Die geschnittenen Stämme sind zu Holzstapeln aufgeschichtet. Auf einer humusarmen Teilfläche wurde auch eine Blumenwiese angesät.

Schrittweise weitere Aufwertungsmassnahmen geplant

Der Stiftungszweck sieht vor, die ruhig gelegene Parzelle aufzuwerten und für die Umweltbildung zu nutzen. So sollen interessierte Schulklassen auf dem Grundstück naturkundlich unterrichtet werden können, wobei die Schüler auch Arbeitseinsätze leisten dürfen, wie Mähgut der extensiv gepflegten Wiese forttragen, Hecken pflegen und zusätzliche Ast- und Steinhaufen anlegen. Das Grundstück wirkt nunmehr hell, gepflegt und bildet einen kostbaren Trittstein in der vernetzten Natur entlang des Hallwilersees.

Doch das Naturpotenzial der Parzelle ist noch nicht ausgeschöpft. Weitere, ins Gewicht fallende Aufwertungsmassnahmen sind vorgesehen. Bereits jetzt hat die Natur das Grundstück erobert: Die Präsidentin der Stiftung, Elisabeth Dürig, konnte Grasfrösche, Erdkröten und den Iltis beobachten. Doch es wird noch weit mehr Leben aufkeimen. Die Schwertlilien im Tümpel und die Blumenwiese werden blühen und Vögel werden das Naturparadies sicherlich entdecken.

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