Laufenburg

«Es geht nicht ohne Lärm»

Ingenieur Peter Hofmann informiert in Laufenburg über die Sanierung der Werkleitungen in der Altstadt. (Bild: psc)

Peter Hofmann

Ingenieur Peter Hofmann informiert in Laufenburg über die Sanierung der Werkleitungen in der Altstadt. (Bild: psc)

Auf die Bewohner der Laufenburger Altstadt kommen staubige Zeiten zu. Denn frühestens im Frühling 2010 soll mit der Sanierung der Werkleitungen begonnen werden. Über den Stand der Planung informierte am Mittwochabend eine Schar von Experten im fast vollbesetzten Gerichtssaal.

Peter Schütz

Die wesentlichsten Erkenntnisse: Laufenburg wird im Zug der Sanierungsarbeiten keine Erdgaserschliessung erhalten. Pierre Ansermet von der IWB (Industrielle Werke Basel) erklärte: «Die Erdgaserschliessung in Laufenburg dürfte unwirtschaftlich ausfallen.»

Kommt hinzu, dass eine solche Massnahme in der Altstadt «unmöglich ist» (Ansermet). Zweitens: Die Anwohner müssen von Baustellenlärm ausgehen. «Ohne Lärm kann man so etwas nicht machen», erklärte Peter Hofmann vom Laufenburger Ingenieurbüro Koch + Partner.

Hofmann fügte hinzu: «Wir sind in Abschnitten von 50 Metern beschäftigt.» Das heisst, dass die Altstadt nicht in einem Zug aufgerissen und zur grossflächigen Baustelle wird. Hofmann beschwichtigte: «Alle Beteiligten haben das Ziel, zügig voranzumachen.»

Ob die Arbeiten Einfluss auf die touristischen Aktivitäten haben werden, könne er nicht beantworten, sagte Hofmann. Klar war für ihn nur: «Die bestehende Infrastruktur muss während der Bauarbeiten aufrecht erhalten bleiben.» Dazu werden die Leitungen provisorisch umgelegt.

Enge Platzverhältnisse

Peter Hofmann fixierte die Arbeitsdauer auf zwei Jahre. In deren Verlauf werden die Strassen geöffnet, der Pflastersteinbelag entfernt und die bestehenden Werkleitungen ausgebaut - kein einfaches Unternehmen, weil der Untergrund aus hartem Schwarzwaldgranit besteht und der Einsatz von schweren Baumaschinen wegen der engen Platzverhältnisse diffizil ist.

Im Rahmen der Sanierung werden die teilweise schadhaften Sauber- und Schmutzwasserleitungen durch glattwandige Rohre ersetzt. Im Fokus sind ausserdem die Erneuerung der Stromversorgung inklusive der Sanierung der Trafostation Pfarrhaus, die Erneuerung der Hausanschlüsse sowie die komplette Neugestaltung der Strassenoberfläche.

Wie diese Oberfläche aussehen wird, ist derzeit offen. Eine Umfrage unter den Altstadtbewohnern ergab bisher keinen Konsens. Deshalb wurde ein Forum aus Delegierten des Bewohnervereins, der Verkehrskommission und der «Kommission Oberflächengestaltung» gebildet. Die Aufgabe des Forums: Eine Lösung für die unterschiedlichen Interessen und Bedürfnisse zu finden. Die Startsitzung fand bereits statt.

Befürchtungen, dass die Bauarbeiten Schäden an den Häusern verursachen könnten, soll mit einer Erschütterungsüberwachung entgegen gewirkt werden. Fachmann Peter Trombik, Zürich, will deshalb Messeinrichtungen installieren. Die Geräte geben bei Überschreitung eines Schwellenwertes Alarm.

Kosten für Hausanschlüsse

Alarmiert waren die Altstadtbewohner auch wegen der auf sie zukommenden Kosten. Stadtrat Carlo Alfano beruhigte mit dem Hinweis, dass die Hauseigentümer nur für die Kosten der Hausanschlüsse aufzukommen haben. Die restliche Finanzierung sei Sache der Stadt, so Alfano. Er stellte klar, dass die Stadt die einzelnen Eigentümer zur Finanzierung der Oberflächengestaltung heranziehen könnte.

Aber: «Die Strassensanierung wird von der Stadt übernommen.» Noch ist nichts spruchreif. Das Projekt «Werkleitungssanierung Altstadt» und die entsprechenden Kredite werden voraussichtlich an der Gemeindeversammlung vom 19. Juni dem Stimmvolk zur Genehmigung vorgelegt.

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