Mägenwil

Es war vorsätzliche Tötung

Urteil im Fall Mägenwil

Urteil im Fall Mägenwil

Das Bezirksgericht Baden verurteilte einen 24-jährigen Schweizer wegen vorsätzlicher Tötung zu 6½ Jahren Gefängnis. Der Angeklagte habe den Schuss gewollt und bewusst auf seinen 51-jährigen Vater abgegeben. Der Verteidiger will das Urteil weiterziehen.

Michael Spillmann

Unter Tränen nahm der 24-Jährige am Donnerstag kurz nach 14.30 Uhr das Urteil von Gerichtspräsident Guido Näf entgegen. Das Gericht habe einstimmig entschieden und sehe es als erwiesen an, dass der Angeklagte den «Schuss gewollt und bewusst» auf seinen 51-jährigen Vater abgegeben habe.

Die Richter sprachen den jungen Mann der vorsätzlichen Tötung für schuldig und verurteilten ihn zu einer 6½- jährigen Freiheitsstrafe. Die bereits verbüsste Untersuchungshaft von 22 Monaten wird angerechnet. Zudem ordnete das Gericht eine vollzugsbegleitende ambulante Behandlung und eine Busse in der Höhe von 500 Franken an.

In der Urteilsbegründung folgte der Gerichtspräsident grösstenteils Staatsanwältin Christina Zumsteg. Sie hatte allerdings eine 8-jährige Freiheitsstrafe gefordert. Das Bezirksgericht erachtete hingegen die verminderte Schuldfähigkeit, das Nachtatverhalten - er hatte Ambulanz und Polizei alarmiert - und die gezeigte Reue als strafmildernd.

«Bei Belastung aggressiv»

Gerichtspräsident Guido Näf verwies weiter auf das psychiatrische Gutachten, das dem jungen Mann «bei psychischer Belastung eine aggressive Haltung» attestiert. Obwohl es mit dem Vater im Kreis der Familie immer wieder zu tätlichen Auseinandersetzungen gekommen sei, habe der Angeklagte an jenem 6. September 2006 erstmals «eine grosse Ablehnung» des Vaters erfahren müssen. Verteidiger Urs Oswald gab sich nach der Urteilsverkündung kämpferisch. «Wir werden das Urteil mit Sicherheit weiterziehen», sagte er. Aufgrund der dünnen Beweisführung für einen Vorsatz rechne er sich gute Chancen aus.

Andere Delikte unbestritten

Das Gericht verurteilte den Schweizer auch in allen anderen Punkten. Bestritten war der Vorwurf der fahrlässigen schweren Körperverletzung. Dabei ging es um einen Grill-Unfall, bei dem ein Kollege und der Angeklagte Brandverletzungen erlitten hatten. Unbestritten waren die zur Last gelegten Diebstähle, die Verstösse gegen das Waffengesetz und das Strassenverkehrsgesetz, der Vorwurf der Hehlerei und der Nötigung. Der letzte Vorfall hatte sich unlängst während der Haftzeit ereignet. Er fesselte einen Zellengenossen an einen Stuhl und sperrte diesen in die dunkle Zellentoilette.

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