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Gleich zwei Anlässe fürs Feiern

Mit Cabaret-Einlagen und Schämpis feierte die Band Kontrast die Taufe des vierten Albums «Schicksau» sowie das zehnjährige Bestehen. Die Stimmung im Winistorfer Estri.ch war auch dank einer etwas unerwarteten Zugabe ausgelassen.

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HJaz

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Solothurner Zeitung

Christoph Neuenschwander

Es ist ein bisschen, als würde ein heiserer Gölä zur Musik der Band Judas Priest singen: Die Melodien sind eingängig, die Texte berndeutsch, die Gitarrenriffs hart. Im Lokal Estri.ch in Winistorf präsentierte die Band Kontrast am Samstag ihren

Sound, den die fünf Musiker selbst als «Mund(h)artrock» bezeichnen. Dabei treffen verzerrte Gitarren und sphärische Keyboard-Klänge à la Classic Rock auf progressive Elemente wie etwa das Experimentieren mit anspruchsvollen Taktarten. Dass dabei hin und wieder ein Taktwechsel etwas unsauber über die Bühne geht, kann man den Rockern kaum verübeln, haben sie doch - mit Ausnahme des Auftrittes am «Prix Walo»-Sprungbrett diesen November - seit drei Jahren keine Live-Konzerte mehr gespielt.

CD-Produktion mit Hindernissen

Grund für die lange Pause war die Produktion des vierten Tonträgers der Band: Die Aufnahmen dazu, die anfangs 2007 im bandeigenen Studio in Wynigen gestartet wurden, mussten aufgrund eines Hochwassers noch im selben Jahr unterbrochen werden. Die Band war gezwungen, das gesamte Studio neu aufzubauen und konnte erst 2008 an ihrem Album weiterarbeiten, wie der Bettlacher Gitarrist Peter Lüdi erklärte.

Das Ergebnis mit dem Namen «Schicksau» wurde am Samstagabend vorgestellt, getauft und gebührend gefeiert. Dies auch mit humoristischen Zwischenakten. So las der Biberister Sänger Michael Wild gelegentlich die Rückmeldungen von Schweizer Prominenten vor, welche die Bandmitglieder um Patenschaft für ihre CD ersucht hatten. Darunter fanden sich etwa
Endo Anaconda, Melanie Oesch oder Roger Federer. Leider wollte sich niemand von ihnen als Gotti oder Götti verpflichten. Dafür brachten ihre Briefe das Publikum zum Schmunzeln.

Zugabe mit Country-Stücken

Der slapstickartige Auftritt des Samichlaus, der Champagner verteilte und sich als Pate aufdrängte, sorgte für noch mehr Gelächter. So richtig ausgelassen wurde die Stimmung des Publikums aber erst während der Zugabe, als die Band mit Cowboyhüten und Sombreros Country-Stücke und schliesslich Punkversionen von Kinderliedern spielte - eine musikalische Antiklimax zwar, aber offenbar das richtige Mittel, um in einer kalten Winternacht eine Party zum Kochen zu bringen.
Grund zum Feiern hatten die fünf Jungs allemal: Nebst CD-Taufe und dem Auftakt zu ihrer «Schicksau»-Tour zelebrierten sie auch ihr zehnjähriges Jubiläum.

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