Trottoir

Grellingen will wenigstens ein Trottoir

Gefährlich: Auf der Bergseite der Baselstrasse endet das Trottoir abrupt, die Anwohner müssen vom Vorgarten direkt auf die Strasse treten. (Roland Bürki)

Grellingen

Gefährlich: Auf der Bergseite der Baselstrasse endet das Trottoir abrupt, die Anwohner müssen vom Vorgarten direkt auf die Strasse treten. (Roland Bürki)

Seit 15 Jahren wird über die Umgestaltung der Ortsdurchfahrt geredet. Aus Sicherheitsgründen wollen Anwohner den Trottoirbau an der Baselstrasse vorziehen.

Roland Bürki

Noch immer verströmt Grellingens Baselstrasse den Charme einer Landstrasse um 1950. Die Vorgärten der älteren Häuser auf der Bergseite münden direkt in die Fahrbahn, ein Trottoir fehlt. Nur der Verkehr hat trotz der Tunnelumfahrung mit der Zeit Schritt gehalten. Die Verkehrsachse ins solothurnische «Gebirge» oder die Tunnelsperrungen haben die Strasse nicht zur Verkehrsidylle werden lassen.

Schrittweises Vorgehen

«Die Situation ist für die Anwohner wegen des fehlenden Trottoirs und der ungenügenden Sichtweiten gefährlich, besonders bei den so genannten «Schappe-Häusern», weiss Markus Vögtlin aus Erfahrung. Das Elternhaus des Breitenbacher Bauverwalters steht nämlich ebenfalls ohne Trottoir da. «Da sieht man sich unversehens auf der Fahrbahn dem Verkehr gegenüber», beschreibt Vögtlin die ungemütliche Situation. «1997 hat der Kanton auf Drängen der Anwohner das fehlende Trottoir bergseitig etwa 150 Meter bis auf die Höhe unserer Gärtnerei vorangetrieben», ergänzt der Grellinger Franz Wenger. Seither ende dort das Trottoir abrupt. An dieser Stelle setzt Vögtlin mit seinem Vorschlag an, die Sicherheit Schritt für Schritt zu verbessern. Der Bauverwalter weiss um die Schwierigkeiten, grosse Investitionsbrocken in den Budgets unterzubringen.

Dennoch hätte er eigentlich, wie viele Grellinger, die Ortsdurchfahrt Grellingen im Kantonsbudget 2010 erwartet. «Mit der Fortsetzung des Trottoirs um 200 Meter bis zur Garage Müller könnte aber sofort und für relativ wenig Geld viel Sicherheit gewonnen werden», ist Vögtlin überzeugt. Für rund 250 000 Franken könnte Baudirektor Jörg Krähenbühl der mittlerweile ungeduldigen Bevölkerung den Tatbeweis erbringen, dass es ihm mit der Sicherheit auf der Baselstrasse ernst ist. «Vielleicht hat die Tiefbaubranche bald wieder mehr Kapazitäten», werweisst Vögtlin. Dann wäre der Zeitpunkt für Landerwerb und Mauerabbrüche goldrichtig. «Etliche Hauseigentümer warten seit geraumer Zeit mit der Neugestaltung ihrer Vorgärten bis das Trottoir steht», wirft Franz Wenger neben dem Sicherheits- auch den Aspekt eines schöneren Ortsbildes in die Waagschale.

Kein Alibi für weitere Verzögerungen

«Gegen den vorgezogenen Weiterbau des Trottoirs habe ich nichts einzuwenden», sagt Gemeindepräsident Franz Meyer. Das verbessere die Verkehrssicherheit. «Doch dann müssen ab 2011 alle restlichen Teile des Projekts Ortsdurchfahrt Grellingen realisiert werden», fordert Meyer. Ein weiter gezogenes Trottoir dürfe nicht zum Alibi für weitere Verzögerungen werden. «Ich rechne fest mit dem Start des Projekts im Jahre 2011, wie es Baudirektor Krähenbühl der Gemeinde Grellingen vor einem Monat zugesichert hat», ist Meyer zuversichtlich.

Damit rechnet auch Landrat Georges Thüring, der sich Ende Oktober in einer Motion unter anderem auch für die Ortsdurchfahrt in Grellingen eingesetzt hat: «Der Baudirektor hat die Realisierung für das Jahr 2011 bestätigt.» Auch Thüring würde es begrüssen, wenn das Tiefbauamt den «Trottoir-Ball» aus Grellingen aufnehmen und die gefährliche Sicherheitslücke umgehend schliessen würde. Dann hätte die Baselstrasse auch Weihnachten.

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