Meiereien

Grundsätzliches zur Telefonkabine

Die tägliche Portion Meiereien aus der Aargauer Zeitung.

WANN HABEN SIE letztmals eine Telefonkabine benützt? Ist Ihnen auch aufgefallen, dass Telefonkabinen meistens leer sind? Ist die klassische Telefonkabine überflüssig geworden? Klar, Sie müssen sich keine solchen Überlegungen machen. Sie sind ja nicht verantwortlich.

VERANTWORTLICH IST die Swisscom. Sie betreibt die 8500 Telefonkabinen, die es in der Schweiz noch gibt. Aber die Swisscom kann und will sich auf die Dauer keine defizitären Telefonkabinen leisten. Wie kann die Telefonkabine gerettet werden? Da hat die Swisscom in der Tat innovative Modelle entwickelt. So wird getestet, ob das System «Gratiszeitung» auch für die Telefonkabine funktioniert: In einzelnen Kabinen kann gratis aufs Festnetz telefoniert werden. Die Kabinen werden von Unternehmen gesponsert, die im Gegenzug an und in der Kabine ihr Logo anbringen dürfen. Falls der Pilotversuch erfolgreich ist, könnte das Telefonieren in allen Kabinen bald gratis werden.

DAMIT NICHT GENUG. In der Zürcher City wird die Telefonkabine auch zur Lebensretterin. Denn 13 Kabinen rund um die Bahnhofstrasse wurden mit Defibrillatoren ausgerüstet. Passanten, die Zeugen eines plötzlichen Atem- oder Kreislaufstillstandes werden, können sich nun ein solches Gerät greifen und Überlebenshilfe leisten. Denkbar, dass schon bald in vielen anderen Kabinen auch Defibrillatoren installiert werden.

WENN SIE MÖCHTEN, dass die Telefonkabine in Ihrem Quartier auch im nächsten Sommer noch steht, dann sollten Sie sie vielleicht auch gelegentlich mal benutzen. Oder noch besser: Sie denken nach, was man mit einer Telefonkabine auch noch Gewinnbringendes anstellen könnte.

joerg.meier@azag.ch

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