Dies berichtete die Zeitung "Prensa Libre" auf ihrer Internetseite. Der frühere Präsident (2000-2004) soll öffentliche Gelder in Höhe von 70 Millionen US-Dollar über Konten in Europa und den USA gewaschen und veruntreut haben.

"Portillo wird vorgeworfen, den guatemaltekischen Präsidentenpalast zu seinem persönlichen Geldautomaten gemacht zu haben", zitierte der US-Fernsehsender CNN den New Yorker Staatsanwalt Preet Bharara.

2011 hatten die USA einen Auslieferungsantrag gestellt, kurz darauf wurde Portillo in Guatemala festgenommen. Der Anwalt Fernando Guerra bezeichnete die Auslieferung seines Mandanten als illegal. Sie seien über die Entscheidung nicht informiert worden, zitierte "Prensa Libre" seinen Kollegen Mauricio Berriondo.

Dubiose Geldgeschäfte

Wegen dubioser Finanztransaktionen stand Portillo immer wieder in der Kritik. Kurz nach dem Ende seiner Amtszeit 2004 setzte er sich nach Mexiko ab, um sich einer Strafverfolgung wegen Korruptionsvorwürfen zu entziehen. 2008 schoben ihn die Mexikaner in sein Heimatland ab.

Dort wurde ihm vorgeworfen, rund 15 Millionen US-Dollar aus dem Verteidigungshaushalt unterschlagen zu haben. 2011 sprach ein guatemaltekisches Gericht ihn allerdings frei. Erst im April hatte eine höhere Instanz dieses Urteil bestätigt.