Hägglingen

Hägglingen feiert Fasnacht im Dunkeln

Einmal mehr war der einzigartige Nachtumzug in Hägglingen ein Magnet für zahlreiche Fasnachtsfans. Durch das halbe Dorf zogen die rund 40 aufwändig dekorierten Fasnachtswagen an den begeisterten Zuschauern vorbei.

Text: Hanna Widmer
Bilder: Chris Iseli

Der Kreativität sind auch in der Dunkelheit keine Grenzen gesetzt. Ein buntes Durcheinander an Guggen und Fasnachtswagen fuhr und marschierte während zweier Stunden durch das Dorf. Fetzige Musik aus den Lautsprechern und Blechbläserklänge von den Guggenmusiken: Das alles war Grund genug, um in gute Stimmung zu verfallen.
Akrobatisch zeigte sich der «hauseigene» Turnverein: Ob als Menschenpyramide oder beim Herumhangeln am Barren - ganz ungefährlich gings auf ihrem Wagen nicht zu und her. Dem Publikum gefiels; der Applaus und Jubel vom Strassenrand liess nach den Kunststücken nicht lange auf sich warten.

Rauchverbot aufgegriffen

Auch politische Themen wurden auf einigen der rund 40 dekorierten Fasnachtswagen aufgegriffen und gestalterisch umgesetzt: Der «Gasthof Kreuz», aus dem es (noch) gewaltig rauchte, verteilte den Leuten einen gesunden Snack in Form eines echten Aargauer Rüeblis - und machte sich dabei über das Rauchverbot ab dem 1. Mai lustig.
Der Gasthof hat dafür immerhin schon vorgesorgt: mit einem Rauchloch, aus dem die Raucher ihre Köpfe rausstrecken und so im Freien ihre Zigarette «geniessen» können.
Mit Thermometer und Weltkugel setzte ein anderer Wagen ein Zeichen: Nach Kopenhagen nun Hägglingen, die Klimaerwärmung war auch im Freiamt ein Thema. Für ein wenig mehr Kälte warb ein Kühlschrank mit der Aufschrift «Cooles Klima wäre prima».

Wagen sehr aufwändig dekoriert

«Ich bin jedes Mal wieder dabei», meint eine Besucherin - extra von weit her angereist - und wärmt sich ihre kalten Finger am heissen Tee: «Der Nachtumzug Hägglingen ist immer gut für neue Überraschungen.»
Ihr gefallen die üppig dekorierten Wagen fast noch besser als die vielen Guggen. «Es steckt so viel Arbeit hinter den Dekorationen, dass die Gefährte es wirklich verdient haben, an so einem Anlass durch die Strassen zu fahren.»
Wie zum Beispiel der originelle Wagen der «Hotzewälder Dentike»: «Saisonbeginn ohne Schnee» hiess der; und mit dem exklusiven Sessellift hinten auf dem Gespann und gewagten Skifahrten auf der Piste aus grünem Filz war er eines der Highlights am Umzug.
Auch die Höllengilde aus Unterlunkhofen hatte sich mit «Uelis Sparbomber» etwas ziemlich Schräges einfallen lassen. Hoch über den Köpfen der staunenden Zuschauer schwebten zwei Herren in grossen, mit «Prix Garantie» und «M-Budget» beschrifteten Blechtonnen an einem Karussell durch die Luft.

Opfer der Konfettikanone flüchteten

Doch nicht alle Zuschauer schienen in Hägglingen ganz fasnachtsresistent zu sein: Nachdem eine Gruppe Knaben von einer Ladung Konfetti bombardiert worden war, mussten sie diese erst einmal mühsam aus ihren Kapuzen rausputzen; anschliessend suchte sie lautstark schimpfend das Weite.
Nicht weiter schlimm: Die Lücke war schnell wieder mit Schaulustigen aus den hinteren Reihen gefüllt, die den Rest des Umzugs genossen.

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