Wolfwil

Hässlicher Streit am schönen Ufer

Die Aarefähre wurde an Ostern nicht in Betrieb genommen.

Aarefähre

Die Aarefähre wurde an Ostern nicht in Betrieb genommen.

Seit Ostern sollte die Aarefähre in Wolfwil in Betrieb sein – ist sie aber nicht. Fährfrau Nicole Ackermann gibt die Schuld der Bürgergemeinde. Und diese wiederum den Ackermanns.

Von Myriam Sperisen

Seit vergangenem Ostersonntag verkündet auf Wolfwiler wie auch auf Wynauer Seite der Aare ein Plakat: «Infolge nicht beendeter Sanierungsarbeiten der Bürgergemeinde Wolfwil müssen wir den Fährbetrieb bis auf weiteres einstellen.»

Enttäuschte Wandersleute klingelten bei der Fährfamilie Ackermann Sturm, viele reklamierten. «Die Leute schoben uns die Schuld in die Schuhe, wir hatten deswegen den ganzen Tag Stress», beklagt sich Fährfrau Nicole Ackermann.

Bei der Bürgergemeinde kamen die Plakate überhaupt nicht gut an: «Das gleicht einer Provokation», findet Urs Räber, Präsident der Bürgergemeinde Wolfwil. Er habe am Ostersonntag Leute auf der Wynauer Seite anstehen sehen und sich noch gefragt, was da los sei. «Eine unmögliche Situation.»

«Wir hätten aufgehört»

Abgemacht war zwischen der Fährfamilie Ackermann und der Bürgergemeinde, die für bauliche Massnahmen am Fluss zuständig ist, dass eine Drahtseil-Verankerung erneuert und eine Stützmauer gebaut wird, weil das Bord zusehends abrutscht.

Im Weiteren war die Montage eine Geländers bis zur Anlegestelle geplant sowie das Versetzen der Klingel, die bisher an einem Baumstumpf angebracht ist.

Dass ein Teil der Arbeiten noch nicht ganz fertig ist, begründet Räber damit, dass aufgrund des harten Winters nicht alles nach Plan laufen konnte. Der Bürgerpräsident findet: «Ackermanns hätten den Betrieb an Ostern problemlos aufnehmen können, auch ohne das neue Geländer.»

Doch Nicole Ackermann will davon nichts wissen, nicht zuletzt auch aus Sicherheits- und Haftungsgründen, wie sie sagt, und: «Wenn es mit den Bauarbeiten nicht bald losgegangen wäre, hätten wir endgültig mit dem Fährbetrieb aufgehört.»

Sie habe an die Bürger- und Einwohnergemeinde bereits einen eingeschriebenen Brief gesendet, damit die Umbauarbeiten vorangetrieben würden. Sie glaubt, es habe dem Bürgerrat von Anfang an nicht gepasst, dass sie vor zwei Jahren die Betriebszeiten änderte. Kurz zuvor hatte sie den Fährbetrieb von ihrem Vater übernommen.

Fährrecht im Grundbuch

Räber bestätigt das Betriebszeiten-Problem und führt ein Beispiel an: «Laut Solothurn Tourismus soll die Fährsaison bis 1. November dauern, bei Ackermanns ist sie aber um einen Monat kürzer und in den Ferien ist teilweise auch kein Betrieb. Es rennen immer wieder Leute an. Was macht das für einen Eindruck auf die Touristen? Die Bürgergemeinde fordert eine Verlängerung der Saison.»

Falls Nicole Ackermann eines Tages wirklich aufgeben sollte, müsste das Fährrecht im Grundbuch geändert werden. Die junge Frau spricht immer wieder davon, im Jahr 2007 gar in der Presse. «Na und?», entgegnet Urs Räber lapidar, dann müsse eben jemand anderes gefunden werden. Er werde dafür sorgen, dass das Restaurant Fähre künftig von Wolfwils Einwohnern gemieden werde.

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