Basel

Immer näher beim Bahnhof

Jungfernfahrt: Erstmals hielt gestern um 8 Uhr der 70er-Bus vor der Migrosbank am Aeschenplatz. Mit an Bord: der Baselbieter Baudirektor Jörg Krähenbühl (Mitte). daw

Bus

Jungfernfahrt: Erstmals hielt gestern um 8 Uhr der 70er-Bus vor der Migrosbank am Aeschenplatz. Mit an Bord: der Baselbieter Baudirektor Jörg Krähenbühl (Mitte). daw

Mit der neuen Haltestelle ist ein Teil der Forderungen einer Petition aus Birsfelden und der Breite erfüllt. Die Petitionäre verlangen weiterhin einen Direktbus zum Bahnhof.

Rolf Zenklusen

Seit dem Fahrplanwechsel halten die Buslinien 70 und 80 der Autobus AG Liestal (AAGL) neu vor der Migros-Bank am Aeschenplatz statt wie bisher beim «hämmernden Mann» vor der UBS. Zur Feier des Tages erhielten gestern Morgen um 7.59 Uhr die ersten Passagiere an der neuen Haltestelle Kaffee und Gipfeli.

«Der tägliche Spiessrutenlauf der zahlreichen Fahrgäste diagonal über den Aeschenplatz gehört der Vergangenheit an», freut sich Walo Wälchli. Der Präsident des Quartiervereins Sternenfeld Birsfelden hatte mit dem Neutralen Quartierverein Breite-Lehenmatt (NQV), vertreten durch Vorstandsmitglied Veronika Röthlisberger, eine Petition für eine «Direkte ÖV-Verbindungen zwischen Birsfelden, Breite, Lehenmatt und dem Bahnhof Basel SBB» lanciert. Im Frühling 2008 wurde die Bittschrift mit 2000 Unterschriften bei den Parlamenten beider Basel eingereicht.

Komitee bleibt am Ball

«Mit der Verlegung der Haltestelle sind aus Birsfelder Sicht 80 Prozent der Forderungen erfüllt», sagte Wälchli. Und die Fahrpläne der Linien 70 und 80 seien derart aufeinander abgestimmt, dass werktags ein regelmässiger Viertelstundentakt bestehe. Das Petitionskomitee werde aber weiter am Ball bleiben und an der ursprünglichen Forderung festhalten, die Buslinie direkt zum Bahnhof SBB zu führen. Ein Vorstoss der CVP im Baselbieter Landrat hatte dies bereits 1983 gefordert. Später machten verschiedene Politiker auch im Basler Grossen Rat Druck.

Als Folge davon hat das Bau- und Verkehrsdepartement Basel-Stadt (BVD) eine Studie in Auftrag gegeben. Es wurde abgeklärt, wie und mit welchen Möglichkeiten die Linie zum Bahnhof SBB verlängert werden könnte. Resultat: Die einzig mögliche Variante wäre, den Bus über die Markthallenbrücke zu führen und im Westteil des Zentralbahnplatzes halten zu lassen. Die daraus folgenden Mehrkosten von 500 000 Franken waren dem Basler Regierungsrat aber zu hoch, wie er im März 2009 in einer Antwort auf einen Anzug von Grossrat Jörg Vitelli (SP) schrieb.

Dient nur Komfortgewinn

An dieser Ausgangslage habe sich bis heute nichts geändert, betonte Bettina Heiniger vom Amt für Mobilität im BVD. Der Nutzen einer Verlängerung wäre gering, denn nur 20 Prozent der Fahrgäste würden weiter zum Bahnhof reisen.

Das Projekt diene vor allem dem Komfortgewinn und würde kaum jemanden zum Umsteigen auf den ÖV bewegen, so Heiniger. Zudem hätte sich das BVD gewünscht, dass sich der Kanton Baselland an den Mehrkosten beteiligt, obwohl dies wegen des Territorialprinzips nicht vorgesehen ist. Eine Kostenbeteiligung hat das Baselbiet bisher aber nicht zugesagt. So habe die paritätische Kommission für grenzüberschreitende Bus- und Tramlinien empfohlen, die Buslinie 70/80 nicht zu verlängern.

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