Wölflinswil

Jeder Läufer sammelte 150 Eier

Die verschiedenen Gestalten, die das Bild des Wölflinswiler Eierleset abrunden, vor dem «Ochsen» vereint. (Bild: hot)

Eierleset

Die verschiedenen Gestalten, die das Bild des Wölflinswiler Eierleset abrunden, vor dem «Ochsen» vereint. (Bild: hot)

Für einmal absolvierten am Eierleset in Wölflinswil die beiden Läufer den sonst geteilten Parcours gemeinsam. Die Baustelle im Dorf sorgte für diese einmalige Umdisposition auf der traditionellen Strecke.

Die Dorfbaustelle zwang zur Umgestaltung einer langjährigen Wölflinswiler Eigenart: Erstmals in der langjährigen Geschichte des Eierleset hatten die beiden Läufer ihren Wettkampf nicht im rechten Winkel zueinander, sondern auf dem gleichen Strassenabschnitt zu absolvieren.

Was den sich nach wie vor weit über die Region hinaus grosser Beliebtheit erfreuenden Brauch des Eierleset betrifft, kann Wölflinswil mit einer Eigenart aufwarten. In keinem anderen derjenigen Dörfer, die noch diese schöne Tradition hochhalten, werden die Eier auf zwei im rechten Winkel zueinander liegenden Bahnen hingelegt.

Doch dieses Jahr war dem nicht so, denn die grosse Strassenbaustelle im Dorf zwang zu einer Umdisposition. So kam es, dass die beiden Läufer, der 17-jährige Elektronikerlehrling Daniel Bold und der 18-jährige Maurerlehrling Patrick Müller, nebeneinander auf dem gleichen Strassenabschnitt im Rank die 150 im Abstand von jeweils 5 Zentimetern liegenden Eier aufzulesen und den ebenfalls nebeneinander wirkenden Fängerteams zuzuwerfen hatten.

Patrick Müller erster Sieger

Der Präsident des bereits seit 1943 regelmässig den Eierleset organisierenden Turnvereins, Gebhard Maier, begründete die Umdisposition so: «Der Verkehr wird derzeit, gesteuert durch eine Lichtsignalanlage, wechselseitig an der Baustelle vorbeigeführt. Es wäre daher unfair gewesen, wenn einer der beiden Läufer ständig vor der auf Rot geschalteten Ampel hätte warten müssen.»

So starteten die beiden Läufer nebeneinander zum friedlichen Wettkampf, an dessen Ende sie immerhin einen Lauf von rund 10 Kilometern absolviert hatten. Ein Wettkampf übrigens, der nicht wie anderswo üblich zwischen Winter und Frühling ausgetragen wird, sondern zwischen den zwei jeweils jüngsten Turnern im Verein. Lagen die beiden Läufer zur Halbzeit noch gleichauf, war es am Ende Patrick Müller, der, allerdings mit einem knappen Vorsprung, als erster Sieger sein letztes Ei der Tradition entsprechend über das Dach des Landgasthofs Ochsen werfen durfte.

Beide Läufer erfrischten sich nach dem Lauf im Dorfbrunnen und zeigten sich begeistert: «Unsere gezielten Vorbereitungen mit Trainings und Läufen haben sich gelohnt, wir waren gut drauf und es war für uns beiden Freunde auch ein absoluter Superlauf.»

Check über 2000 Franken

Der Turnverein bestätigte am Sonntag nicht nur sein erfolgreiches Organisationstalent, er überreichte der Präsidentin der Behindertensportgruppe Fricktal, Nicole Eggimann, einen Check über 2000 Franken. Auf diesen Betrag hatte der Vorstand den dem TV zustehenden Anteil aus dem Erlös des Dorffestes 2008 aufgerundet, wie Gebhard Maier bekannt gab und ergänzte: «Wir sind ein gesunder Verein, und es ist uns daher ein Anliegen, auch einmal an jene Mitmenschen zu denken, die es nicht so gut haben und auf eine Hilfe angewiesen sind.» Nicole Eggimann zeigte sich hocherfreut: «Wir sind froh um jede Spende und wissen diese tolle Geste des Turnvereins Wölflinswil wirklich ausserordentlich zu schätzen.» (hot)

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