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Kein Ausverkauf des Dorfes

Zuletzt war der Entscheid klar: Mit 34 zu 0 Stimmen sagten die Oeschenbacher Ja zur Zusammenarbeit mit der Schule Walterswil. Madiswil war für sie keine Alternative.

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Schule

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Jürg Rettenmund

Eigentlich hatten Schulkommission und Gemeinderat von Oeschenbach die Zukunft ihrer Schule klar aufgegleist gehabt: Die Mittelschüler und die Realschüler sollten künftig in Walterswil unterrichtet werden, ihre eigene Basisstufe dafür mit den Kindern aus Walterswil und Ursenbach gestärkt werden. Sollte die Basisstufe wider Erwarten nicht fortgeführt werden können, sagte Walterswil zu, einen gemeinsamen Kindergarten in Oeschenbach zu führen, «so lange dies Sinn macht.»

An der Gemeindeversammlung und an einem Informationsabend wurden jedoch Bedenken geäussert, dass Realschüler mit dieser Lösung nicht mehr vom Niveauunterricht am Oberstufenzentrum in Kleindietwil profitieren können.

Bereit, aber...

Deshalb sahen sich die Behörden nach einer Alternative um und wurden in Madiswil fündig: Dieses erklärte sich bereit, die Oeschenbacher Kinder auf Vertragsbasis in ihre Schule aufzunehmen (wir berichteten). Sowohl Madiswil wie die Schulinspektorin sprachen sich jedoch klar für die ursprüngliche Variante mit Ursenbach und Walterswil aus. Auch für Schulkommission und Gemeinderat war dies die «Wunschvariante».

Gleich sahen es nun auch die Stimmberechtigten: Nach einer rund halbstündigen Diskussion sagte die Gemeindeversammlung mit 34 zu 0 Stimmen Ja zur Variante Walterswil. Mit Nachdruck hatte sich zuvor Basisstufen-Lehrerin Silvia Räss für diese ausgesprochen. Einmal mehr stehe Oeschenbach an einem Scheideweg für seine Schule. Nur die Variante Walterswil biete Gewähr, dass die Kinder in der eigenen Schule und damit im Dorf blieben.

Sorge tragen zum «Paradies»

Im Kontakt mit den anderen Basisstufen-Lehrkräften aus dem Kanton erfahre sie immer wieder, dass die Oeschenbacher Schule eigentlich ein Paradies sei. «Zu diesem Paradies müssen wir Sorge tragen.» Auch wenn die Abstände, in denen es wieder in Frage gestellt werde, immer kürzer würden.

«Das können wir nicht ändern», hieb alt Gemeindepräsident Hans-Ulrich Schneider in die gleiche Kerbe. «Die Variante Madiswil ist für mich ein Ausverkauf. Nicht nur ein Ausverkauf der Schule, sondern ein Ausverkauf des Dorfes». «Wenn wir keine Schule mehr haben, zieht auch niemand mehr nach Oeschenbach, um hier zu wohnen.»

39 Stimmberechtigte (19 Prozent von 204) nahmen an der Versammlung teil.

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