Impfzwang

Kein Impfzwang für Pfleger

Spritze

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Altersheim wollte das Personal zur Impfung gegen die Schweinegrippe zwingen.

Die Pflegerinnen und Pfleger in Altersheimen gehören zu den Risikogruppen, welche sich gemäss Kanton gegen die Schweinegrippe impfen lassen sollten. Dazu zwingen können sie die Heimleitungen jedoch nicht. Das musste auch das Alters- und Pflegeheim Sunnhalde in Untersiggenthal einsehen.

Der «SonntagsBlick» berichtete, im Impfkonzept des Heims sei damit gedroht worden, dass Mitarbeiter, die sich nicht impfen liessen, beim Chef vorsprechen müssten, um den Impfverzicht zu erklären und schriftlich zu bestätigen. Im Falle einer Pandemie wären sie nach Hause geschickt worden und hätten keinen Lohn gekriegt. Doch das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) bezeichnete die angedrohten Massnahmen als nicht rechtens. Nun ändert das Alters- und Pflegeheim sein Konzept: Falls ungeimpftes Personal zu Hause bleiben muss, wird es weiterhin Lohn kriegen.

Liste soll zum Impfen animieren

Impfzwang für das Personal ist im Altersheim Golatti in Aarau kein Thema. Doch wer sich impfen lässt, wird auf einer Liste aufgeführt, die im Stationszimmer hängt. «So wollen wir die Mitarbeiter zum Impfen animieren », sagt Stationsleiterin Heidi Stampfli. Bei der aktuellen Impfung gegen die saisonale Grippe lassen sich im Altersheim Golatti dennoch nur 18 von 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern impfen. Stampfli vermutet jedoch, dass es bei der Impfung gegen das H1N1-Virus mehr sein werden. «Die Angst ist grösser», sagt sie. Um die nicht geimpften Mitarbeiter zu stärken, liegen in der Znünipause täglich Früchte auf. Stampfli selbst lässt sich impfen.

Vermutlich ein Drittel Geimpfte

Vermutlich wird auch der Heimleiter des Regionalen Alters- und Pflegeheims Eichireben in Sarmenstorf seinen Arm hinhalten. Sicher ist sich Fritz Lehner aber noch nicht. Ohnehin müsse man nach dem Impfen gegen die saisonale Grippe noch drei Wochen warten bis zur nächsten Impfung. Die Heimleiterin des Altersund Pflegeheims Lindenstrasse in Rheinfelden, Maria Jäger, lässt sich aus Solidarität zu den Bewohnern impfen. Sie rechnet mit einer Impfrate von 30 Prozent. Gegen die saisonale Grippe lassen sich jetzt 40 Prozent des
Personals schützen. (KUS)

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