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Klares Ja für den Verkauf

An schöner Südlage: Die Le Rosey AG in Rolle, ein Internat für Reiche und Adelige, kauft das Ferienheim im Saanenland. (ZVG)

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An schöner Südlage: Die Le Rosey AG in Rolle, ein Internat für Reiche und Adelige, kauft das Ferienheim im Saanenland. (ZVG)

Der Verein Ferienheim Amt Fraubrunnen verkauft seine Residenz in Schönried für 25 Millionen Franken an die Privatschule Le Rosey. Dies trotz dem Widerstande von Utzenstorf und Bätterkinden. Der Entscheid fiel mit 35 Ja- zu 16 Nein-Stimmen.

Hans Mathys

Was sich abzeichnete, ist seit Dienstagabend beschlossene Sache: Das Ferienheim des Amtes Fraubrunnen in Schönried - es gehört dem Verein Ferienheim Amt Fraubrunnen - wird verkauft. Die Privatschule Le Rosey AG mit Sitz in Rolle erwirbt die Residenz beziehungsweise zwei Parzellen mit 39 677 Quadratmetern Gesamtfläche für 25 Millionen Franken. Das bestehende Ferienheim wird, sobald die Bewilligungen vorliegen, zugunsten eines Neubaus abgerissen.

Im Vorfeld hatten sich vor allem die zwei Trägergemeinden Utzenstorf und Bätterkinden gegen einen Verkauf ausgesprochen (siehe Ausgabe vom 7. Oktober). So war für Utzenstorfs Gemeinderatspräsident Adrian Burren (SVP) der umgerechnete Landpreis an dieser Südlage unterhalb des Schönrieder Sonnenberges Rellerli zu günstig. In einem offenen Brief hatte er angefügt, es mache kaum Sinn, Land an dieser Lage zum heutigen Zeitpunkt und erst noch «einer renommierten Privatschule für gut betuchte Eltern» zu verkaufen. Elsbeth Maring-Walther (SP), Gemeindepräsidentin von Münchenbuchsee: ««Bei uns wird das Heim kaum mehr genutzt. Es ist nicht unsere Aufgabe, das Ferienheim zu unterhalten.»

Zur Debatte stand an der Delegiertenversammlung des Vereins Ferienheim Amt Fraubrunnen neben dem Gesamtverkauf auch ein Teilverkauf. Die Offerte der Le Rosey SA beinhaltete neben dem Gesamtverkauf auch die Variante eines Teilverkaufs. Diese Variante hätte dem Verein Ferienheim Amt Fraubrunnen ermöglicht, auf der verbleibenden Teilparzelle für 5 Millionen Franken ein neues Ferienheim zu erstellen.

8 der 14 Gemeinden für Verkauf

8 der 14 Mitgliedsgemeinden stimmten dem Gesamtverkauf zu. Dies ergab aufgrund der von der Einwohnerzahl abhängigen Stimmkraft 35 Ja- und 16 Nein-Stimmen. Weil gleichzeitig auch eine Mehrheit der Mitglieder für den Teilverkauf stimmte, musste die Stichfrage entscheiden. Das Ergebnis dieser Stichfrage liess keine Zweifel offen: Mit 36 Ja- zu 2 Nein-Stimmen bevorzugte die Versammlung klar einen Gesamtverkauf gegenüber einem Teilverkauf.

«Noch Jahre werden vergehen»

Walter Bandi aus Münchenbuchsee, Präsident des Vereins Amt Fraubrunnen, nach dem Verkaufsbeschluss: «Mit diesem Entscheid an unserer Delegiertenversammlung haben wir unsere Aufgabe vorerst erfüllt. Positiv ist sicherlich, dass von den 14 Vereinsgemeinden deren 8 dem Gesamtverkauf zugestimmt haben. Es kam zu keiner Majorisierung durch ‹Gross-Gemeinden›. Als nächstes müssen nun die Stimmbürger der Gemeinde Saanen einer Zonenplanänderung zustimmen.»

Bandi weiter: «Erfahrungsgemäss sind Planungs- und Baubewilligungsverfahren sehr zeitintensiv und aufwändig, so dass bis zur rechtskräftigen Erteilung der Baubewilligung einige Jahre vergehen werden. Das gut ausgelastete Ferienheim wird also noch einige Zeit im heutigen Rahmen weitergeführt. Über die Zukunft des Vereins wurde noch nicht diskutiert. Eine allfällige Geldausschüttung an die Vereinsgemeinden ist erst Thema, wenn der Kauf rechtsgültig ist, also Le Rosey das gewünschte Projekt realisieren kann.»

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