Rust

Mit Schutzmaske auf die Achterbahn: Wie ein Besuch im Europapark wieder möglich ist

Es ist längst noch nicht alles wie früher, aber vieles ist bereits wieder möglich. So auch ein Besuch im Europapark in Deutschland. Die wichtigsten Fragen im Überblick.

Den Fahrtwind auf der Achterbahn spüren, danach ein Rentier-Ragout im norwegischen Restaurant geniessen und zum Schluss ein Erinnerungsfoto mit der Euromaus.

Für viele Schweizer gehört der Besuch im Europapark in Deutschland zu den jährlichen Highlights. Aufgrund der Corona-Pandemie beginnt die Saison nun etwas später. 

Kann ich am Wochenende schon in den Europapark?

Jein. Der Europapark ist seit Ende Mai geöffnet, ein Besuch ist daher grundsätzlich möglich. Aber für den Grenzübertritt wird aktuell noch ein triftiger Grund benötigt.

Ab Montag, den 15. Juni, gibt es bei der Einreise nach Deutschland keine Grenzkontrollen mehr. Ein triftiger Reisegrund ist nicht mehr erforderlich. Für rein touristische Ausflügen gelten zwar noch Reisehinweise und -warnungen, jedoch keine Verbote diesbezüglich.

Wie viele Besucher sind aktuell erlaubt?

Zu Spitzenzeiten besuchten den Europapark in den letzten Jahren schon mal bis zu 50'000 Besucher. Das ist im Moment noch nicht möglich. Laut Gesetzgeber wären auf dem Areal derzeit bis zu 30'000 Personen erlaubt. Zur Einhaltung von Abstandregeln haben sich die Betreiber aber entschieden maximal 10'000 Besucher einzulassen. Wenn die positive Entwicklung der letzten Wochen anhält, ist mit einer schrittweisen Anhebung der Besucherzahlen zu rechnen.

Sind Spontanbesuche möglich?

Theoretisch ja. Sämtliche Tickets müssen allerdings vorher online gebucht werden. Vor Ort werden keine Tickets verkauft. 

Alle Tickets sind tagesdatiert. Das heisst, sie gelten nur an dem bestimmten Tag, der beim Ticketkauf ausgewählt wurde. Sobald die maximale Besucherzahl für einen Tag erreicht ist, gibt es online keine Tickets mehr. Damit wird sichergestellt, dass aufgrund der Besucherbeschränkungen niemand vor verschlossenen Türen steht.

Gelten im Park auch Abstandsregeln?

Ja. In Deutschland sind dies allerdings nur anderthalb Meter. Da deutlich weniger Personen im Park sind, können die Abstandsregeln nach wie vor eingehalten werden. Bei Achterbahnen wird etwa nur jede zweite Reihe besetzt.

Es gibt eine sogenannte «Distance Radar App», die den Abstand per Bluetooth misst. Die Nutzung ist freiwillig und auf das Gelände des Europaparks beschränkt. Wer die App nutzt, kann jedoch als Belohnung an stündlichen Verlosungen VIP-Pässe für VirtualLine Attraktionen gewinnen. Darüber hinaus gibt es für bestimmte Attraktionen eine virtuelle Warteschlange. Mit der App werden den Besuchern freie Zeitfenster zugeteilt.

Sind Schutzmasken erforderlich?

In allen Attraktionen und Restaurant ist das Tragen einer sogenannten Mund-Nasen-Maske Pflicht – auch während der Achterbahnfahrt. Die Betreiber empfehlen daher gleich mehrere Schutzmasken für den Park-Besuch mitzubringen.

Sind die Hotels wieder geöffnet?

Im Bundesland Baden-Württemberg, in dem der Europapark liegt, sind die Lockerungen der Corona-Massnahmen recht weit fortgeschritten. Alle Restaurants und Hotels sind wieder geöffnet.

Gibt es auch wieder Car-Reisen?

Mit der Öffnung der Grenzen können auch die Reiseunternehmer wieder Car-Reisen ins Ausland anbieten. Da die Tickets allerdings tagesdatiert sind, werden diese derzeit nicht über den Reiseveranstalter gebucht, sondern müssen direkt beim Park bezogen werden. 

Was gibt es Neues im Europapark?

Shows und Kinovorführungen sowie Grossveranstaltungen wird es zunächst nicht geben. Neben den altbekannten Attraktionen und Achterbahnen sind allerdings die Piraten zurück: Das Fahrgeschäft «Die Piraten von Batavia» wurde 2018 durch einen Brand völlig zerstört und ist nun wieder aufgebaut.

Seit Mittwoch gibt es in Rust ausserdem die neue Wasser-Erlebniswelt «Rulantica». Die mit 180 Millionen Euro grösste Investition des Europaparks bietet auf über 450'000 Quadratmetern zahlreiche Wasserattraktionen. 

Wie ging es dem Europapark während der Pandemie?

In den zwei Monaten des Lockdowns hat der Europapark etwa 100 Millionen Euro Umsatz verloren. Das entspricht etwa einem Drittel des Jahresumsatzes. Einige Investitionen mussten zurückgestellt werden. Es wird wohl noch Jahre dauern, bis dieser Verlust ausgeglichen ist. Ein Grossteil der rund 4500 Mitarbeiter musste in Kurzarbeit. Auch nach der schrittweisen Öffnung hat sich das noch nicht vollständig normalisiert. Im neuen Wasserpark «Rulantica» beispielsweise wurden rund 80 Prozent der Mitarbeiter aus der Kurzarbeit geholt. 

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