Murimoos komponiert Zukunftsmusik

Die Strukturen von Murimoos werken und wohnen werden einer eingehenden Prüfung unterzogen. Das machte Präsident Hanspeter Thürig an der Generalversammlung deutlich. Die Institution ist gegenwärtig einem starken Wandel unterworfen.

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Aargauer Zeitung

Eddy Schambron

Veränderungen gehören zum Murimoos werken und wohnen. In jüngster Zeit wird ein grosser Wandel insofern festgestellt, als sich die Struktur der Bewohner verändert und der Trend zum betreuten Wohnen stark steigt.

«Wir haben heute mehr Menschen mit psychischen Erkrankungen, ausserdem nimmt die Zahl der komplexen Fälle klar zu», sagte Hanspeter Thürig an der Generalversammlung. Professionelle Betreuung ist zunehmend gefragt und unabdingbar. Das fordert auch das Gesetz.

In seinem Jahresbericht zeigt der Direktor Hans Däpp zudem auf, dass die körperliche Leistungsfähigkeit der Bewohner weiter abnimmt, teilweise auch bedingt durch die zunehmend psychischen Behinderungen.

Bereit für Kooperationen

Obwohl Landwirtschaft und Gewerbebetriebe im letzten Jahr gut gearbeitet haben und der Direktverkauf keine wesentlichen Einbussen erlitt, schlägt die Wirtschaftskrise allmählich auch im Murimoos durch. «Wir müssen die strategische Ausrichtung ständig überprüfen und flexibel reagieren», betonte Thürig. «Es ist schwieriger geworden, der Zeit voraus zu sein. Aber es ist nicht unmöglich.»

Deshalb werden in nächster Zeit auch die Strukturen der 75-jährigen Institution einer eingehenden Prüfung unterzogen. So sollen in Zukunft auch allenfalls notwendige Kooperationen eingegangen werden können. «Wir haben noch keine konkreten Vorschläge, die Zukunftsmusik ist noch nicht zu Ende komponiert.»

Mit dem abgelaufenen Jahr kann der Verein Murimoos werken und wohnen zufrieden sein. Zwar machte er gut 15 000 Franken Defizit. Dieser Betrag entspricht in etwa der Rückvergütung, welcher den Beizenbetreibern am Jubiläumsfest ausbezahlt wurde, wie Kassier Martin Egli ausführte. Das Fest zum 75-Jahr-Jubiläum litt unter schlechten Wetterbedingungen, was sich trotz erstaunlich gutem Besucheraufmarsch negativ auf die Rechnung ausgewirkt hat.

Neue Revisionsstelle bestimmt

Sowohl der Jahresbericht als auch die Jahresrechnung wurden genehmigt. Gutgeheissen wurde die Bauabrechnung Sanierung und Erweiterung Werkhalle Holzprodukte, die gegen-über dem Budgetkredit von 1,6 Millionen Franken gut 21 000 Franken günstiger abschloss. Aus dem Vorstand demissionierten Monika Glaser, Rheinfelden, Robert Jäger, Biberstein, und Josef Tremp, Baden. Angesichts der Strukturüberprüfung wurde nur ein neues Mitglied in den Vorstand gewählt: Kurt Jenny, Leiter des Kantonalen Sozialdienstes. Da aus gesetzlichen Gründen neu eine zugelassene Revisionsstelle amten muss, wurden die bisherige Kontrollstelle mit Heinz Hegglin, Wohlen, Christina Schambron, Geltwil, und Robert Barrer, Muri, aufgelöst. Neue Revisionsstelle ist Hegglins Litrag Treuhand AG in Wohlen.

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