Parkbussen während Festen
Nach dem Fest die Busse auf der Scheibe

Verteilt die Dietiker Stadtpolizei an Festern häufiger Parkbussen als sonst? Der Leiter der Abteilung Sicherheit verneint.

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Parkbusse

Parkbusse

Schweiz am Sonntag

Matthias Kessler

Gute Stimmung, dickes Ende: Teilnehmer von Festivitäten in der Stadt Dietikon beklagen sich über die Bussen-Praxis der Stadtpolizei. Die Polizei mache nur ihre üblichen Kontrollen, sagt Thomas Winkelmann, Leiter der Sicherheitsabteilung, dazu. Wichtig seien vor allem die Gespräche vor dem Fest.

Die «Chalä-Chilbi» im Fondli in Dietikon, jeweils am Ende des Augusts - jedes Jahr gute Stimmung, ein grosser Anlass mit vielen Besucherinnen und Besuchern aus Dietikon, aber auch aus der näheren und der weiteren Umgebung. Das bedeutet auch: viele abgestellte Fahrzeuge in den Strassen bei der Stadthalle, einige davon wohl nicht unbedingt auf dafür vorgesehenen Parkfeldern parkiert.

«Die gute Stimmung wurde manch einem verdorben, als er auf dem Heimweg feststellen musste, dass die Stadtpolizei Dietikon im Umfeld der ‹Chalä-Chilbi› zwischenzeitlich eifrig Parkbussen verteilt hatte», macht nun ein LiZ-Leser seinem Unmut in einem Brief an die Redaktion Luft. Weshalb, fragt er sich, verwende die Stadtpolizei «ihre Zeit und Energie» nicht darauf, das Littering-Verbot durchzusetzen, «anstatt die Besucherinnen und Besucher von Festanlässen zu schikanieren»?

In einem Leserbrief hatte vor kurzem eine andere Person aus Dietikon ganz ähnlich argumentiert; die Stadtpolizei hatte zuvor im Rahmen eines Geburtstagsfests Parkbussen für gesetzeswidrig parkierte Autos ausgesprochen.

Es gebe bei der Dietiker Stadtpolizei «keine speziell eingeteilten Dienste zur Parkraumkontrolle bei Veranstaltungen», sagt Thomas Winkelmann, Leiter der Abteilung Sicherheit, mit den Vorwürfen konfrontiert. An Wochenenden würden die üblichen Patrouillen gefahren.

Selbstverständlich führe man aber einen Veranstaltungskalender, damit man wisse, wo die Polizei allenfalls gebraucht werden könnte. «Unser Ziel ist stets die Sicherstellung von Ruhe und Ordnung», so Winkelmann.

Mit der Polizeiarbeit könne man es «nie allen recht machen», hält Winkelmann fest. Wenn die Polizisten gebraucht würden, seien sie willkommen - wenn sie einem anderen Teil ihrer Arbeit nachgingen und für falsch parkierte Fahrzeuge Bussen verteilten, würden sie von den Gebüssten angeprangert.

Die Parkraumkontrolle, so Winkelmann, sei Teil des polizeilichen Auftrages und werde aufgrund des Einsatzplans sowie aufgrund der zur Verfügung stehenden Zeit durchgeführt. Wenn eine grosse Anzahl von Fahrzeugen ganz offensichtlich falsch parkiert sei, gehöre es natürlich zu den polizeilichen Arbeiten, der Situation angemessen Bussen auszusprechen.

Zudem gebe es in diesem Zusammenhang keine Grauzone; ein Beurteilung wie «nicht so ganz regelkonform» gebe es nicht, sondern nur ein «regelkonform» und ein «nicht regelkonform».

Um mit Blick in die Zukunft weiteren verärgerten Festbesuchern entgegenzuwirken, appelliert Winkelmann an die Festveranstalter. Die Stadtverwaltung biete gerne Hand bei Problemen mit zu wenig Parkplätzen. Zentrale Voraussetzung dafür sei, dass man vorgängig das Gespräch mit der Abteilung Sicherheit in der Verwaltung suche, «dann lässt sich vieles regeln». Im Nachhinein sei nur doch der Ärger möglich, und der müsse nicht sein.

Man habe, erklärt Winkelmann, viel Erfahrung beispielsweise mit dem Einrichten eines Verkehrsdienstes, könne bei grösseren Anlässen aber auch zusätzlichen Parkraum, etwa auf dem Zelgli-Parkplatz, zur Verfügung stellen oder bei der Organisation eines Shuttle-Service unterstützen.

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