Norwegen

Norwegischer Millionär über vermisste Ehefrau: Zwei schwierige Jahre

ARCHIV - Januar 2019: Das abgesperrte Haus des norwegischen Multimillionärs Tom Hagen. Foto: Vidar Ruud/NTB scanpix/AP/dpa

ARCHIV - Januar 2019: Das abgesperrte Haus des norwegischen Multimillionärs Tom Hagen. Foto: Vidar Ruud/NTB scanpix/AP/dpa

Zwei Jahre nach dem Verschwinden seiner Ehefrau aus dem Familienhaus in Norwegen hat sich der norwegische Multimillionär Tom Hagen erstmals in einem Interview zu dem Fall geäussert.

"Es sind zwei schwierige Jahre gewesen. Leere ist ein schreckliches Wort, das man nicht versteht, bis man dort ist", sagte der 70-Jährige in einem am Samstagabend veröffentlichten Interview mit dem norwegischen Rundfunksender NRK.

Anne-Elisabeth Hagen war am 31. Oktober 2018 spurlos aus dem Familienhaus in Lørenskog nahe Oslo verschwunden. Zu dem Zeitpunkt war sie seit 49 Jahren mit dem Investor Tom Hagen verheiratet gewesen, der zu den 200 reichsten Menschen in Norwegen zählt. Ihr Verschwinden gilt als einer der aufsehenerregendsten Kriminalfälle der jüngeren norwegischen Geschichte.

Die Polizei ging zunächst von einer Entführung aus, änderte später aber ihre Haupthypothese dahingehend, dass die Entführung nur vorgetäuscht worden und die Frau wahrscheinlich getötet worden sei. Zugleich wurde im Geheimen gegen Tom Hagen ermittelt. Er wurde im Frühjahr 2020 in Untersuchungshaft genommen, kam aber nach zehn Tagen wieder auf freien Fuss. Die Polizei hält ihn dennoch weiter für den Hauptverdächtigen und wirft ihm vor, seine Frau wegen Eheproblemen getötet zu haben oder an der Tötung beteiligt gewesen zu sein. Das hat Hagen über seinen Anwalt mehrmals bestritten.

Auch in dem Interview dementierte Hagen, etwas mit der Tat zu tun zu haben. Seine Frau und er hätten eine gute Ehe gehabt. "Aber wir hatten wie alle anderen Unebenheiten auf dem Weg. Da gibt es nichts zu verbergen." Er hoffe, dass das Interview dazu führen könne, dass weitere Informationen zu dem Fall auftauchen könnten. "Das Leben hat mich gelehrt, dass die Gerechtigkeit am Ende siegt. Es kann aber einige Zeit dauern", sagte Hagen.

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