Nur fachgerecht ausgebildete Lehrer sollen im Aargau unterrichten

Heute hat der Aargauische Lehrerinnen- und Lehrerverband die Initiative «für eine Schule MIT Lehrpersonen» eingereicht. Und dies mit beinahe doppelt so vielen Unterschriften wie nötig.

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Aargauer Zeitung

Der Aargauische Lehrerinnen- und Lehrerverband (alv) hat heute im Regierungsgebäude die kantonale Volksinitiative «für eine Schule MIT Lehrpersonen» an Staatsschreiber Peter Grünenfelder übergeben. Die Zahlen sind rekordverdächtig: Nur fünf Wochen nach der Lancierung der Initiative war die notwendige Unterschriftenzahl (3000) beisammen, nach zwei Monaten, also heute bei der Einreichung, waren es genau 5439 gültige Signaturen, trotz Sommerflaute.

Die Initiative verlangt, dass dem Paragrafen 2 des Gesetzes über die Anstellung von Lehrpersonen (GAL) ein neuer Absatz mit drei Punkten angefügt wird:
1. Der Kanton ist dafür verantwortlich, dass alle Stellen an der Volksschule mit fach- und stufenspezifisch ausgebildeten Lehrpersonen besetzt werden.
2. Die Anstellungsbedingungen sind entsprechend festzulegen.
3. Die Regierung legt dem Grossen Rat jährlich einen Bericht zur Stellensituation vor und leitet unverzüglich allenfalls nötige Massnahmen ein.

Hintergrund des Volksbegehrens bildet die alarmierende Situation auf dem Lehrerstellenmarkt. Zwar wird, mit etwas Glück, auch diesmal zum Schulbeginn am Montag vor jeder Klasse eine Lehrperson stehen. Aber rund ein Fünftel von ihnen verfügt nicht über die notwendige Qualifikation. In den nächsten Jahren wird sich die Situation noch verschärfen. Die vielen anstehenden Pensionierungen werden durch den Nachwuchs aus den pädagogischen Hochschulen nicht annähernd kompensiert. Und die Löhne, vor allem für Einsteiger, sind schlecht: Lehrpersonen studieren heute fünf Jahre bis zum Master-Titel, Vergleichslöhne in der Wirtschaft und der freien Praxis liegen deutlich höher. (Fa)

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