Solothurn Tourismus

Potenzial liegt im Seen-Land

Hauptsorge Tourismusdirektor: Jürgen Hofer wie Stadtpräsident Kurt Fluri  sehen den Bau der neuen Gondelbahn auf den Weissenstein als dringlich an.

Gondelbahn

Hauptsorge Tourismusdirektor: Jürgen Hofer wie Stadtpräsident Kurt Fluri sehen den Bau der neuen Gondelbahn auf den Weissenstein als dringlich an.

Die Marketing-Kooperation mit der neu gegründeten Destination Drei-Seen-Land, Erich Eglis Ernennung zum Ehrenmitglied und einige Sorgen, was am Weissenstein passieren wird, prägten die Generalversammlung von Region Solothurn Tourismus.

Wolfgang Wagmann

Am Freitag wird sie gegründet, «die neue touristische Destination von Yverdon bis Solothurn», wie Jürgen Hofer an seiner ersten Generalversammlung als Tourismusdirektor das «Drei-Seen-Land» pries. «Wir sind dabei, und mit dem jährlichen Marketing-Budget von 2 Mio. Franken wird mit der grossen Kelle angerichtet», freute sich Hofer auf die neue Partnerschaft, an die Region Solothurn Tourismus 50 000 Franken beisteuert. «Dahinter steckt eine jahrelange Fleissarbeit meines Vorgängers», gab der neue Direktor Lorbeeren weiter.

Solche hielt auch Vereins-präsident René Hohl für den 30 Jahre im Amt gewesenen Erich Egli bereit: Für seine Verdienste wurde er unter langem Applaus zum Ehrenmitglied von Region Solothurn Tourismus ernannt. Hohl erwähnte zudem, dass er das «Drei-Seen-Land» und die «Region Jura» stets für geeignetere Kooperationsmodelle gehalten habe, als das ambitiöse, für Solothurn unerschwingliche Grossprojekt «Bern plus», das nun «gestorben» sei.

Ansonsten konnte der Präsident im Jahresbericht mit vielen positiven Nachrichten aufwarten: Ein Rekordjahr mit fast 118 000 Logiernächten oder 20 Prozent Plus, die erfolgreiche Direktorenneuwahl, der Ausbau von Solothurn Services mit Ramada und dem Fortbildungszentrum Solothurn oder die Übernahme der Geschäftsführung von Kanton Solothurn Tourismus.

Was alles in der Pipeline steckt

«Gas geben», will Jürgen Hofer umso mehr, als sich die allgemeine Wirtschaftslage verdüstert. 70 Stellenprozent mehr im Tourist-Office sollen für Entlastung beim «Front»-Personal sorgen; die Stadtführungen - letztes Jahr waren es 1395 - werden künftig über ein EDV-gestütztes Reservationssystem abgewickelt. Anmeldungen für Seminare und Kongresse sollen neu ebenfalls über Internet möglich sein. «Auch die regionale Zusammenarbeit wollen wir verstärken», sprach Hofer die bestehende Kooperation mit der Region Thal und laufende Gespräche mit dem Bucheggberg und Grenchen Tourismus an.

Eine Tourismus-Lobby gelte es nicht zuletzt aufzubauen, um den Regierungsrat von der neuen Regionalpolitik des Bundes NRP zu überzeugen - Solothurn ist neben Zug der einzige Kanton, der nicht mitmacht. Die Zurückhaltung in Sachen Tourismus hatte der Kanton auch stets mit einer fehlenden touristischen Wertschöpfungsstudie begründet. «Jetzt machen wir sie halt selber», so Jürgen Hofer. «Von den benötigten 80 000 Franken haben wir 65 000 beisammen - im Oktober fangen wir an. Die aus Hofers Sicht erfolgreichen Bike Days seien «bis 2011 gesichert», verwies er auf den jüngsten Grossanlass.

Plädoyer für die neue Bahn

Sorgen hatte sich schon Jürgen Hofer gemacht; Stadtpräsident Kurt Fluri hakte nach: Gemäss dem vorliegenden Gutachten sei die alte Bahn auf den Weissenstein nicht zu erhalten, «man muss die neue Anlage bauen», warnte er davor, sich in die Diskussion alt oder neu «zu verbeissen». Im Weiteren meinte Fluri, ein Ausbau des Parkhauses Baseltor sei im Interesse der Stadtbewohner unumgänglich. Genauso längerfristig ein viertes Parkhaus im Norden, beim Franziskanertor - Solothurn als Zentrum einer Agglomeration mit 80 000 Einwohnern brauche eine entsprechende Infrastruktur.

Finanziell fiel auf, dass Finanzchef Markus Boss nach einer ausgeglichenen Rechnung mit rund 884 000 Franken «Umsatz» ein Budget von 1,2 Mio. vorlegte. Gewohnt humorvoll verlas Franz Heim seinen Revisorenbericht, den letzten, den er mit seinem Kollegen Bruno Breu verfasst hat. Neuer Revisor ist Carlos Vidal, wogegen das demissionierende Vorstandsmitglied Peter Basler noch nicht ersetzt wurde. Ein grosses Bukett gabs für die langjährige Mitarbeiterin Susanne Im Hof, die im Februar pensioniert worden war.

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