Projekt Meierhofstrasse 15 ist «nicht bewilligungsfähig»

So nicht, sagt der Badener Stadtrat zum Neubauprojekt an der Meierhofstrasse 15 und verlangt zahlreiche Anpassungen am Vorhaben, das in der jetzigen Form als «störendes Element» wirke.

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«Neubau tritt als störendes Element in Erscheinung»

«Neubau tritt als störendes Element in Erscheinung»

Andreas Tschopp

Ein Neubau mit 10 Wohneinheiten und 20 Parkplätzen (2 davon für Besucher) ist anstelle der heutigen Liegenschaft Meierhof-strasse 15 im gleichnamigen Badener Aussenquartier geplant. Dagegen gab es Einsprachen aus der Nachbarschaft, und auch die Baukommission nahm das Vorhaben genauer unter die Lupe – mit ernüchterndem Resultat.

In W2 «nicht zonenkonform»

«Zusammenfassend ist das ge-plante Gebäude dreigeschossig und demzufolge in der Wohnzone W2 nicht zonenkonform», lautet die erste Feststellung im von der Baukommission gefällten Zwischenentscheid, von dem der Stadtrat «zustimmend Kenntnis genommen» hat. Das Urteil basiert auf eingehenden Erwägungen bezüglich des «gewachsenen Terrains» in einer Hanglage.

Noch weitergehende Überlegungen stellte die Kommission in Sachen Grenz- und Gebäudeabstände an. «In den Wohnzonen ist vor der massgebenden Fassade der grosse Grenzabstand einzuhalten», heisst es dazu einleitend. Dies diene «neben der Wohnhygiene auch der Begrenzung der Ausnützung» in der Stadt Baden, die ansonst keine Ausnützungsziffer kennt. Errechnet wurde so ein einzuhaltender Grenzabstand von über 15 Metern zur südlich gelegenen Meierhofstrasse.

Zu nahe an Meierhofstrasse

Dieses Mass könne nicht so weitgehend nach Westen in Richtung Kehlstrasse kompensiert werden, dass der Neubau wie geplant bis auf 4 Meter an die Meierhofstrasse heranrücken könne. Somit sei das Bauvorhaben auch in Bezug auf den Strassen- und grossen Grenzabstand «nicht bewilligungsfähig», entschied die Baukommission. Diese stellte weitere Betrachtungen an bezüglich Städtebau und Architektur des Projekts, das die Zuger Estimo AG beim Badener Architekten Rolf Billing in Auftrag gegeben hat. Das Bauvorhaben stelle sich «in einen diametralen Gegensatz» zur bestehenden Bebauungsstruktur im Meierhofquartier und würde dort «als störendendes Element in Erscheinung treten», heisst es im Zwischenentscheid, der zahlreiche Anpassungen verlangt. Architekt Rolf Billing zeigt sich bereit für eine Überarbeitung.

Laut Auskunft der Stadt könne auch eine Verfügung verlangt werden von der Bauherrin. Als solche will die Pax Wohnbauten AG auftreten. Der Rechtsvertreter der Vorbesitzerin macht den Mietern kurz vor Auszug derweil immer noch das Leben schwer.

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