Fricktal
Schädling bedroht Aargauer Buchsbäume

Teile des Fricktals sind bereits betroffen, in zwei Jahren droht gemäss Experten ein Schädlingsbefall im ganzen Kanton. Der Pflanzenschutzdienst ist alarmiert, doch über Massnahmen ist bislang nur wenig bekannt.

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Kontrolle

Kontrolle

Michael Spillmann

Sie stehen überall, in Privatgärten, auf Friedhöfen oder in Parkanlagen: die Buchsbäume. Nun droht ihnen Ungemach in Form einer Schmetterlingsraupe. Im Fricktal kämpfen Bauämter und Unterhaltsgärtner bereits seit zwei Jahren gegen das Insekt, das ursprünglich aus China stammt. In der Stadt Basel, von wo aus der Schädling in den Aargau weiterwanderte, musste unlängst konstatiert werden, dass der Zünsler mit Insektiziden nicht gestoppt werden kann.

Der Schädling leistet auf seiner Zerstörungstour ganze Arbeit: Erst wandert er – meist unbemerkt – vom Zentrum der Pflanze nach aussen. Er frisst Blätter und die Rinde jüngerer Zweige, bis die Pflanze abstirbt.

Fünf Kilometer pro Jahr

Der kantonale Pflanzenschutzdienst ist in Alarmbereitschaft. Sicher ist: Der Schädling wird sich im ganzen Kantonsgebiet ausbreiten. «Das könnte in zwei bis drei Jahren der Fall sein. Wir müssen lernen, mit dem Schädling zu leben», erklärt der Pflanzenschutzbeauftragte Geri Busslinger. Bereits stark betroffen ist das Fricktal, insbesondere der Bezirk Rheinfelden. Nun zieht der Schädling langsam in Richtung Laufenburg.

Nur gerade fünf Kilometer pro Jahr breitet er sich aus, für die rasche Verbreitung in andere Gebiete ist die Verschleppung durch den Menschen verantwortlich. Das erklärt, wie es Funde in Schlossrued und Niederrohrdorf gibt.

Kein Quarantäneorganismus

Über Massnahmen gegen die Raupe, die erstmals 2007 in Europa, in der deutschen Stadt Weil am Rhein, aufgetaucht war, ist noch wenig bekannt. Kommt hinzu: Im Gegensatz zu Feuerbrand oder Ambrosia ist der Buchsbaumzünsler gemäss Pflanzenschutzverordnung kein Quarantäneorganismus. Es liegt nun also allein in der Verantwortung von Gemeinden oder Privatbesitzern, über das Schicksal der Pflanze zu entscheiden – unter Anleitung des Pflanzenschutzdienstes.

In Rheinfelden spritzen Mitarbeiter der Stadtgärtnerei seit zwei Jahren an zahlreichen Orten zwei- bis dreimal pro Jahr ein Insektizid. «In zwei Jahren beurteilen wir die Lage neu», so Stadtgärtner Nik Herzog. Das Dilemma: Die Verantwortlichen können weder jahrzehntelang Insektizide spritzen, noch können sie einfach sämtliche Buchsbäume entfernen.

Privaten rät der Pflanzenschutzbeauftragte Geri Busslinger, die Bäume regelmässig zu kontrollieren. Bei kleineren Pflanzen können die Zünsler, die jährlich zwei bis drei Generationen entwickeln, von Hand abgelesen werden. Zudem ist ein biologisches Mittel gegen den Schädling erhältlich. Bei grossem Befall an grossen Pflanzen ist hingegen der Fachmann gefragt, der das stärkere, bewilligungspflichtige Produkt anwendet.

Merkblatt zum Buchsbaumzünsler im Internet: www.liebegg.ch

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