Überschwemmung

Schutz vor Überschwemmungen

Wilder Bachverlauf: Ulysses Witzig von Pro Natura ist zufrieden mit der Renaturierung der Uerke, die auf einer Länge von 300 Metern wertvollen Lebensraum geschaffen hat.

schutz vor überschwemmung

Wilder Bachverlauf: Ulysses Witzig von Pro Natura ist zufrieden mit der Renaturierung der Uerke, die auf einer Länge von 300 Metern wertvollen Lebensraum geschaffen hat.

Dank dem WWF Aargau, der Pro Natura Aargau, der Gemeinde Uerkheim und dem Kanton Aargau hat die Uerke im Gebiet Kanalmatten mehr Platz bekommen: Die Uerke in Uerkheim wurde auf einer Länge von 300 Metern renaturiert und verbreitert.

Nadia Rambaldi

Auf einer Länge von 300 Metern fliesst die Uerke nicht mehr in einem engen Bachbett, sie schlängelt sich regelrecht durch das Uerkental. Das Wasser sucht sich seinen eigenen Weg entlang von Ufergehölz und Wurzelstöcken.

Eine Wasseramsel gleitet im Tiefflug über den Bach. Ulysses Witzig, Mitarbeiter von Pro Natura Aargau und «Riverwatcher» vom WWF, zeigt sich zufrieden: «Wir haben hier auch schon Eisvögel gesehen», erklärt er. «Die Renaturierung der Uerke hat einen wertvollen Lebensraum geschaffen.»

Projekt gewann Wettbewerb

Das Projekt zur Renaturierung der Uerke startete im Oktober 2009, die Idee dazu ist aber bereits älter. Ulysses Witzig reichte das Renaturierungsprojekt am WWF-Wettbewerb für schweizerische Revitalisierungsprojekte ein und gewann damit den ersten Preis. Das Preisgeld von 50000 Franken wurde von der Gebauer-Stiftung zur Verfügung gestellt.

Auch die Gemeinde Uerkheim, Pro Natura Aargau und der Kanton Aargau beteiligten sich finanziell. Gesamthaft hat das Unterfangen, inklusive Planung, Verhandlungen und Land, an die 200000 Franken gekostet. «Dank der Mitarbeit der Gemeinde konnten wir die Bauern und Fischer in die Planung einbinden», sagt Witzig.

Einen konkreten Nutzen aus dem Projekt zieht nicht nur die Natur, sondern auch die Gemeinde Uerkheim. Durch die Verbreiterung des Bachbetts kann sich die Uerke bei Hochwasser mehr ausbreiten, was Überschwemmungen vorbeugt.

Ausserdem wird weniger Kies und sonstiges Geschiebe in die Gemeinde gelangen, weil dieser sich im breiten Flussbett ablagern kann. Weil das Wasser langsamer fliesst, kommt es am Ufer der Uerke auch zu weniger Erosionen, was wiederum dem Radweg entlang dem Ufer zugutekommt.

Für die Renaturierung wurde das rechte Ufer der Uerke abgesenkt und das Flussbett um vier bis sechs Meter verbreitert. Dafür musste das Ufergehölz abgetragen werden. Die grossen Eingriffe wurden durch das Bauunternehmen Heiniger mit dem Trax gemacht, die kleineren Arbeiten leisteten Zivildienstler.

Rückzugsorte für Tiere

Nach der Verbreiterung des Flussbetts wurde neues Ufergehölz angepflanzt. Im nördlichsten Teil des Gebietes wurden zudem zwei Amphibientümpel geschaffen. Kleine Holz- und Steinhaufen, Wurzelstöcke und Totholz wurden bewusst liegen gelassen, um Rückzugsmöglichkeiten und Nistplätze für Tiere zu schaffen.

Durch den natürlichen Flussverlauf der Uerke können sich in Zukunft Uferanrisse, Sand- und Kiesbänke bilden. «Die Uerke ist ständig in Bewegung. Jedes Mal, wenn ich wieder hier bin, sieht der Bachlauf anders aus», sagt Ulysses Witzig.

Dank der lockeren Bepflanzung am linken Flussufer sei der Bachlauf vom Radweg aus erlebbar: «Auch das Naturerlebnis steht für Pro Natura im Vordergrund.»

Pro Natura Aargau möchte der Uerke in Bottenwil ebenfalls mehr Platz geben und den Uferverlauf bis zum Sulbach natürlicher gestalten. Pro Natura Aargau hat bereits Land gekauft. «Nun geht es darum, die benötigte Fläche zu arrondieren und mit Beteiligten zu verhandeln.»

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