Alterswohnungen

Senioren sollen bleiben können

Neubau: Die Wohnungen sind von der Kantonsstrasse abgewandt und sind gegen die Schellenackerstrasse ausgerichtet. (Visualisierung ZVG)

Alterswohnungen Baden

Neubau: Die Wohnungen sind von der Kantonsstrasse abgewandt und sind gegen die Schellenackerstrasse ausgerichtet. (Visualisierung ZVG)

Nahe dem Zentrum und doch noch im Quartier Kappelerhof liegt das Gebäude, wo einst die Bettfedernfabrik Gideon zu Hause war. Dort hat ein Konsortium ein Wohn- und Geschäfts-haus geplant.

Roman Huber

Der Bericht zur Quartierentwicklung Kappelerhof hat gezeigt: Wer in diesem Badener Quartier alt wird, möchte gerne hier bleiben können. «Wohnen im Alter» ist darum seit längerem ein Thema im «Kappi», ohne dass bereits etwas Zählbares entstanden wäre.

Bedürfnis längst erkannt

Doch das wird sich rasch ändern: Das Konsortium Bruggerstrasse 117 hofft, in den nächsten Tagen grünes Licht für sein Neubauprojekt zu erhalten. Das Baugesuch ist bereits Anfang Jahr eingereicht worden, die Baubewilligung überfällig.

Das Konsortium setzt sich zusammen aus dem vorherigen Landbesitzer Bruno Granella, Hugo Zünd, den Gebrüdern Peterhans sowie Fritz Knecht, Geschäftsführer der Hächler-Gruppe. Knecht kennt die Bedürfnisse im Kappelerhof gut und wollte bereits vor mehr als zehn Jahren bei der Sanierung des Brisgi-Hochhauses Alterswohnungen realisieren. «Die Lage für Seniorenwohnungen ist ideal: zentral, Bushaltestelle vor der Haustür, Restaurant, Kirche und Läden in nächster Nähe», erklärt Knecht. Er hat auch bereits mit der Gruppe «Wohnen im Alter» Kontakt aufgenommen.

Im Erdgeschoss des Neubaus ist eine grosse Wohnung mit acht Zimmern für betreutes Wohnen vorgesehen; eine Betreuungsperson würde dort ebenfalls wohnen. Daneben im Gewerbeteil könnte sich das Konsortium einen Spitex-Stützpunkt oder auch Arztpraxen vorstellen.

Minergie, behindertengerecht

Das neue Gebäude, geplant vom Architekturbüro Gassner und Rossini, Baden, wird als lang gestreckter viergeschossiger Baukörper entlang der Bruggerstrasse in Erscheinung treten. Es ist vollständig behindertengerecht geplant und wird Minergiestandard aufweisen. Entsprechend der Lage ist der Bau konzipiert. Er wird per Lift oder drei Treppenaufgänge und über verglaste Laubengänge gegen die Strasse erschlossen. Alle Räume werden kontrolliert belüftet.

In den drei Obergeschossen sind 18 Kleinwohnungen vorgesehen und eine mit viereinhalb Zimmern. Der Wohnungsmix zielt auf Seniorenbedürfnisse ab. Die Wohngeschosse sind nach strengem Konstruktionsraster aufgebaut. Die Decke über dem dritten Obergeschoss ist als wärmegedämmte Holzkonstruktion geplant. Die Ausbauten sind in mittlerem Standard vorgesehen.

Um die Grundstücksfläche optimal auszunutzen, wird das Untergeschoss bis an das benachbarte Gebäude, den «alten Konsum», gebaut. So ist später auch eine gemeinsame Nutzung der Tiefgarage mit ihren 34 Abstellplätzen denkbar.

Betreiber noch offen

Die Investition für das Vorhaben beläuft sich auf 10 bis 11 Millionen Franken. Laut Knecht sei noch offen, ob die Wohneinheiten als Miet- oder als Eigentumswohnungen auf den Markt gelangen sollen. «Wir sind auch offen für ein anderes Gefäss, zum Beispiel eine Betreibergesellschaft, die im Bereich Alterswohnungen angesiedelt ist.» Er denkt dabei zum Beispiel an die Tertianum oder ähnliche Gesellschaften.

Zurzeit wartet man nur noch auf die Baubewilligung. Die Erschliessung der Tiefgarage über die Schellenackerstrasse hat man noch angepasst. Ansonsten dürfte nichts mehr im Wege stehen, hatte man doch im vergangenen Jahr ein Gestaltungsplanverfahren durchgeführt. Der Abbruch soll nun vorgezogen werden, denn in die Altliegenschaft sind wiederholt schon Vandalen eingedrungen. Aus diesem Grund habe man die Fenster auch verbarrikadieren müssen.

Im Gebäude war bis vor einigen Jahrzehnten noch die Bettfedernfabrik Gideon zu Hause. In den vergangenen Jahren wurde das Gebäude zur Music-Fabrik und beherbergte bis vor kurzem noch Kleingewerbe. Sobald die Baubewilligung vorliegt, wird mit dem Bau bzw. vorher mit dem Abbruch begonnen.

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