MS Seetal
So wird die MS «Seetal» fahrtauglich

Malen, einrichten, testen, homologieren, putzen und vertraut machen. Mit diesen mannigfaltigen Arbeiten wird das neue Hallwilersee-Schiff MS «Seetal» bis zur Schiffstaufe am 23. April vorbereitet.

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«Seetal» in Heimat angekommen
28 Bilder
MS-Seetal
MS-Seetal: Geschäftsführer Ueli Haller beim Ablegen
MS-Seetal: Joel Reck beim Fensterputzen
MS-Seetal: Elektrospezialist Manfred Siegrist
MS-Seetal auf Probefahrt
Einwasserung Seetal Der Schiffsrumpf wird in den Hallwilersee gehievt.
Einwasserung der Seetal
Einwasserung der Seetal
Einwasserung der Seetal
MS Seetal Fahrt in der Nacht
MS Seetal Fahrt in der Nacht
MS Seetal Fahrt in der Nacht
MS Seetal Fahrt in der Nacht
MS Seetal Auswasserung Auhafen
MS Seetal Auswasserung Auhafen
MS Seetal Auswasserung Auhafen
MS Seetal Auswasserung Auhafen
MS Seetal Auswasserung Auhafen
MS Seetal Auswasserung Auhafen
MS Seetal Auswasserung Auhafen
MS Seetal Auswasserung Auhafen
MS Seetal Auswasserung Auhafen
MS Seetal Auswasserung Auhafen
MS Seetal Auswasserung Auhafen
MS Seetal Auswasserung Auhafen
MS Seetal Auswasserung Auhafen
MS Seetal Auswasserung Auhafen

«Seetal» in Heimat angekommen

Toni Widmer

Fritz Thut

Am 11. März hatte die MS «Seetal» erstmals Kontakt mit ihrem neuen Tummelplatz, dem Hallwilersee. In zwei Teile zerschnitten war das Schiff in zwei nächtlichen Etappen von Rheinhafen in Birsfelden in jenen Landstrich gefahren worden, der ihm den Namen gegeben hatte.

Seither schwimmt das von der Lux-Werft im deutschen Mondorf bei Bonn konstruierte Schiff auf dem Hallwilersee, meist im Bereich des Sitzes der Schifffahrtgesellschaft Hallwilersee (SGH) beim «Delphin» in Meisterschwanden.

Bis zur Taufe ist alles bereit

Ungeduldige Schifffans und Seeanstösser haben schon gefragt, wieso das neue Schiff zum Fahrplanstart am vorletzten Wochenende seinen Betrieb nicht schon aufgenommen hat. Die Antwort ist ebenso simpel wie einleuchtend: weil das Schiff noch nicht bereit war.

Ein Augenschein vor Ort zeigt auf, wie aufwändig und vielfältig die Arbeiten sind, die noch erledigt werden müssen, bis die MS «Seetal» am Freitag, 23. April, offiziell getauft wird und zwei Tage später, am Tag der Schifffahrt, erstmals Kursrundfahrten aufnehmen wird.

«Die Arbeiten verlaufen gemäss Zeitplan. Wir haben alles im Griff», beruhigt SGHGeschäftsführer Ueli Haller im noch weitgehend leeren Salon auf dem Unterdeck. Die Stühle, die noch mit den Namenstäfelchen der Donatoren versehen werden müssen, stehen noch, dick verpackt, stapelweise herum. Aber immerhin: Heute ist die Kaffeemaschine angeliefert worden. Ein erster Test lässt einen qualitativen Quantensprung für Hallwilersee-Schiffe erkennen.

Drei technische Abnahmen

Entscheidender als solch laienhafte Eindrücke sind die technischen Abnahmen durch die Experten der Konzessionsbehörden. Vertreter der Unterabteilung Schifffahrt des Bundesamtes für Verkehr (BAV) haben bereits im letzten November, noch in der Werft in Deutschland, den Rohbau des Schiffes und speziell die Qualität der Schweissnähte des Unterbaus kontrolliert.

Vor dem Transport in die Schweiz erfolgte die grobe technische Abnahme und jetzt, Mitte April, erfolgte die Detailkontrolle: Liegen alle nötigen Papiere und Atteste vor?

Modernste Umwelttechnologie

Dazu gehören die Zertifikate vom Starkstrominspektorat. Diese Inspektoren kontrollierten Anfang April die gesamten Elektroinstallationen auf dem Schiff. «Wir haben drei verschiedene Systeme: ein normales 220-Volt-Netz, ein 24-Volt-Signalnetz für Navigation und Motorsteuerung sowie ein komplett unabhängiges Notnetz», erläutert der SGH-Elektrospezialist Manfred Siegrist.

Ebenfalls kontrolliert wurden – analog dem Abgastest beim Privatauto – die beiden Partikelfilter für den Hauptmotor und für den stromerzeugenden Generator. Für die späteren Passagiere ebenfalls unsichtbar im Schiffsbauch untergebracht sind ein Fäkalientank, ein Trinkwassertank mit 1000 Liter Fassungsvermögen sowie eine Seewasserpumpe, die die WC-Spülung und den Löschwassertank speist.

Hier findet man zudem Wärmepumpen mit zwei separaten Systemen. Diese umweltschonende Wärmeversorgung (die MS «Seetal» soll explizit ganzjährig eingesetzt werden können) ist schweiz-, vielleicht gar europaweit eine Pioniertat. «In Sachen Ökologie sind wir auf dem neuesten Stand», ist Ueli Haller überzeugt.

«Fahrschule» für Schiffsführer

Die Kontrolle der technischen Voraussetzungen ist das eine, das Sich-vertraut-Machen mit dem neuen Gefährt das andere. Vorerst vier Schiffsführer absolvieren in diesen Tagen möglichst zahlreiche Manöver, um die MS «Seetal» später sicher von Schiffsteg zu Schiffsteg zu führen.

«Das Steuersystem ist anders», schildert Bruno Fischer im futuristisch anmutenden Führerstand die Hauptdifferenz zu den andern vier Hallwilerseeschiffen. Was dort weitgehend automatisch abläuft, erfordert hier vollste Konzentration: «Man muss hier stets alle Checklisten im Kopf durchgehen.» Wichtig sei nun, bei verschiedenen Wind- und Wetterverhältnissen Erfahrungen zu sammeln und so Routine zu erlangen.

«Was nun bei der ‹Fahrschule› mit dem leeren Schiff noch gut klappt, muss bis zum 25. April sicher sitzen. Das Schwimmverhalten mit 200 Passagieren ist dann anders und zudem ist der Druck auf den Schiffsführer wesentlich grösser», gibt Haller das Ziel vor.

Als letzte Arbeiten vor der Taufe muss das neue Prunkstück des Hallwilersees vollständig mit Tischen, Bänken und Stühlen ausgerüstet und anschliessend auf Hochglanz poliert werden.