Basel
Spielend leichte Integration beim Fussball

Die sozialen Felder Sport und Integration sind seit längerer Zeit eng und erfolgreich miteinander verbunden. Das Projekt «buntkicktgut» fügt dem ein weiteres Kapitel hinzu.

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Limmattaler Zeitung

Michael Baumgärtner

Das integrative Strassenfussballprojekt «buntkicktgut», welches bereits zum vierten Mal von der Mobilen Jugendarbeit Basel/Riehen organisiert wurde, zielt bewusst auf die spielerische Zusammenführung von Jugendlichen verschiedener Herkunft. Bunt gemischte Mannschaften treten auf engem Raum gegeneinander an; die Jugendlichen verbringen gemeinsam ihre Freizeit, knüpfen neue Kontakte und erhalten auch die Möglichkeit, allfällige Konflikte sportlich auszutragen. Es geht um die Förderung einer jugendlichen Subkultur, deren wichtigste Komponenten Spontaneität und Toleranz sind.

Aber natürlich soll auch der Ehrgeiz der Spieler geweckt werden.

In verschiedenen Quartieren der Stadt wurden seit vergangenem Mai Qualifikationsspiele für das gestrige Finalturnier durchgeführt. Dem Sieger winkt eine Teilnahme am gesamtschweizerischen Turnier in Brig. Ist man auch dort erfolgreich, geht die Reise weiter nach München, dem Geburtsort des Projekts «buntkicktgut», wo der internationale «Intercity Cup» ausgetragen wird.

Michele Salvatore, der Leiter der Mobilen Jugendarbeit Basel/Riehen, ist begeistert von der Idee. «Türken spielen mit Bosniern, Inder mit Schweizern, Mädchen mit Jungs. Und es funktioniert, denn es braucht keine gemeinsame Sprache, um zusammen Fussball spielen zu können», meinte er euphorisch. Und diese positive Ausstrahlung schien sich auch auf die vereinzelten älteren Zuschauer übertragen zu haben. Die meisten von ihnen sind im Vorbeigehen neugierig geworden und haben den Kickern spontan zugesehen. Und sie fanden viel Anerkennung für den Anlass. Eine Frau bedauerte gar, dass es nicht mehr vergleichbare Veranstaltungen gäbe.

Gegen schlechtes Bild der Jugendlichen

Das Zielpublikum der Veranstaltung waren aber Jugendliche im Alter von 10 bis 18 Jahren, was mit Hot-Dogs und Hip-Hop kulinarisch und musikalisch unterstrichen wurde. Entsprechend zufrieden waren die Protagonisten des Nachmittags. Die Jungs vom Team «Die Ausländer» beispielsweise wirkten hochmotiviert. «Das Ziel ist das Turnier in München», so die selbstbewusste Ankündigung.

Die Wahl des Austragungsortes der Finalspiele fiel indes nicht ganz zufällig auf den Marktplatz: Im steinernen Vorgarten des Basler Regierungsgebäudes übermittelten die Fussball spielenden Jugendlichen eine Botschaft, die jene der blossen sportlichen Auseinandersetzung weit übertrifft: Der Anlass war nämlich auch als eine Gegenveranstaltung zum oft schlechten Öffentlichkeitsbild der Jugendlichen gedacht.

Den Veranstaltern gelang somit der Spagat zwischen einem fröhlichen, bunten Sportanlass auf der einen und einem subtilen politischen Appell auf der anderen Seite.

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