Pétanque

Stahlkugel muss zum Schweinchen

Zielorientiert: Auch Spitzenspielern steht manchmal ein spitziger Stein im Weg. (Foto: ba)

Pétanque-Reuss-Cup

Zielorientiert: Auch Spitzenspielern steht manchmal ein spitziger Stein im Weg. (Foto: ba)

Das schweizerisch-vietnamesische Trio mit Carlo Felchlin, Huyan Van Duong und Nguyen Van Tuong von «Mekong Luzern» schlug am ersten Pétanque-Reuss-Cup in Tägerig zu. Die Mannschaft gewann den von den Pétanque-Freunden Tägerig ausgesetzten Wanderpokal.

Jörg Baumann

Im Freiamt hat das beliebte Pétanquespiel, das Spiel mit zwei oder drei Stahlkugeln und einem kleinen Holzkügelchen, dem «Schweinchen», schon vor Jahren Fuss gefasst. Im Gewerbegebiet «Im Verlorenen» nisteten sich die Pétanque-Freunde Tägerig auf dem nigelnagelneuen und wunderschönen Spielplatz ein. «Das Land für den Platz hat die Gemeinde für einen symbolischen Pachtzins im Baurecht zur Verfügung gestellt», erzählt Patrick Peretti, der tatendurstige Präsident der Pétanque-Freunde.

Mitglieder des Clubs, die keine Schwielen an den Händen scheuten, richteten den Kiesplatz her, installierten zusammen mit Unternehmern im Dorf die Beleuchtung, die Stromversorgung und die Kanalisation und bauten das Clubhaus auf, um das sie in Pétanquekreisen beneidet werden. Denn im Doppelcontainer wurden eine Küche und ein WC eingerichtet.

Neuer Spielplatz eingerichtet

Am Einweihungsturnier vor einigen Wochen betrieben die Pétanquefreunde Mitgliederwerbung. «Wir haben bereits zwei Junioren im Club, sind aber auf weiteren frischen Nachwuchs aus», sagt Peretti. In den eigenen Reihen kann der Club die amtierende Triplette-Schweizer-Meisterin Ariane Peretti und ihren Sohn Julian, Vize-Schweizer-Meister 2007, vorweisen. Am ersten Reuss-Cup am Samstag legte der Club nochmals eine Schippe drauf. Er lud 22 Mannschaften zu einem Freundschaftsturnier ein, bei dem hitzig um Plätze und die Ehre gekämpft wurde.

Spitzenleistung ohne Doping

Wenn es dreizehn schlägt, ist meistens ein Spiel aus. Das ist beim Pétanque nicht anders. Pétanque ist wahrlich kein Kinderspiel, das man schon nach einigen Stunden beherrscht. Dahinter stecken Jahre des harten Trainings. Und auch den geübten Spitzenspielern steht auf dem Kiesplatz manchmal gerade der eine spitzige Stein im Weg, der es verhindert, dass die Kugel auf schnurgeradem Pfad ins Ziel rollen kann.

Pétanquespieler dopen sich trotzdem nicht - es sei denn, man bezeichne ein Glas Wein, ein hübsches Bierchen oder einen Pastis in Scharfrichtermanier doch als Doping. Josef Müller, ehemaliger «Adler»-Wirt in Tägerig, das Ehepaar German und Vreni Rippstein und viele Helferinnen und Helfer versorgten die Turnierspieler mit vitaminreicher Kost (Hörnli und Ghackets) und viel Flüssigem.

Vera Klingenfuss, Chefschiedsrichterin beim Deutschschweizer Pétanqueverband SAP, sass stoisch wie ein Fels im Büro und tippte die Resultate und die Rangliste in den PC.

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