Viele tausend Schritte zum Bier
Viele tausend Schritte zum Bier

Die zehnte AZ-Wanderung führte von Lengnau auf die Klosterhalbinsel Wettingen. Zuerst gab es Kultur, am Ende der Wanderung Wetinger Lokalbier.

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Von Lengnau nach Wettingen
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 Historiker Kurt Laube erzählt die Geschichte der Juden und der Synagogen von Legnau.
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 Gemeineammann Kurt Schmid bläst den Büchel
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Von Lengnau nach Wettingen

Dieter Minder

Ob das Wanderziel, der Lägerebräu-Biergarten in Wettingen oder die guten Erfahrungen mit den bisherigen AZ-Wanderungen zur Rekord-Teilnehmerzahl führten ist offen. Auf jeden Fall durfte Wanderleiter Philipp Mäder, Stellvertretender Chefredaktor der AZ vor der Synagoge Lengnau 55 Frauen und Männer begrüssen. Sie machen sich gemeinsam auf dem Weg von Lengnau über Freienwil, Hertenstein, Ennetbaden und Baden zur Klosterhalbinsel Wettingen.

Vor dem Start liess Franz Laube von der Arbeitsgruppe «Jüdischer Kulturweg Endingen-Lengnau» eine bedeutende kulturhistorische Phase der Schweiz, des Aargaus und insbesondere des Surbtales aufleben. Er erzählte aus der Geschichte der Juden in den beiden Surbtaldörfern und wies auf die vielen bedeutenden Spuren hin. «Die ersten Juden sind mit den römischen Armeen in die Region gekommen», erzählte Laube.

Lengnau: 1 Dorf, 2 Synagogen

Seit rund 400 Jahren lebten sie vermehrt in Endingen und Lengnau. «Nirgends in der Schweiz finden sie so viele bauliche Zeugen wie hier.» Die offensichtlichsten sind die beiden Synagogen. Doch auch die Wohnhäuser, die ehemalige Matzenbäckerei die Mikwe, das rituelle Tauchbad, oder das ehemalige jüdische Schulhaus prägen Lengnau. Letzteres wurde 1982 zum Gemeindehaus umgebaut. Um 1850 lebten in Lengnau 525 Juden, was rund 30% der Bevölkerung entsprach. Nachdem die Schweiz 1866 den Juden die Niederlassungsfreiheit einräumte, sank ihre Zahl kontinuierlich.

Zweieinhalb Stunden und einige Schweisstropfen später wurden die Wandrer nicht mehr mit der Geschichte sondern mit der Zukunft konfrontiert. «Am 28. Juni 2008 haben wir den erste Sud angesetzt», erzählt Andreas Hopf, Baumeister des jungen Unternehmens Lägerbräu. Angefangen hat dessen Geschichte im Haus der Familie Benz. Sohn Thomas braute in Mutters Küche seine erstes Bier. Dessen Durstlöscheffekt war so gross, dass Benz und seine Kollegen bald auf grössere Behälter umstellen musste.

Brauerei statt Spinnerei

Vor 3 Jahren fiel der Entscheid, in der alten Spinnerei auf der Klosterhalbinsel eine professionelle Brauerei zu eröffnen. «Im letzten Braujahr haben wir 152 000 Liter Bier gebraucht», sagt Hopf. Neben dem Lägerbräu Original, dem Weizen wird neuerdings auch Klosterbier gebraucht. «Dieses wird nur in der Brauerei, im Biergarten, im Klosterladen und den Gaststätten auf der Klosterhalbinsel angeboten», sagt Hopf.

Heute beschäftigt das Unternehmen Geschäftsleiter Thomas Benz, Braumeister Andrea Hopf und Brauer Fabian Broger. Für den Biergarten ins Stefanie Has und Sara Elisasson verantwortlich. Im Biergarten endete der Wandertag bei Bier und Bratwürsten, gespendet von der Lägerbräu und der Gemeinde Wettingen.

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