Beinwil

Weichgespülter Golfplatz für Beinwil

Ein Golfplatz in Beinwil? Ein entsprechendes Projekt ist geplant.

Golf

Ein Golfplatz in Beinwil? Ein entsprechendes Projekt ist geplant.

Golf mit Softbällen auf dem Tannhof in Beinwil: Erwin und Milly Stöckli planen auf rund zehn Hektaren eine so genannte Swin-Golf-Anlage mit 18 Loch. Die Natur würde mit dieser familienfreundlichen Freizeitanlage aufgewertet, sind sie überzeugt.

Eddy Schambron

«Dieses Projekt hatten wir schon vor den zwei Golfplatz-Projekten in Beinwil», stellt Milly Stöckli gegenüber der AZ fest. 2003 besichtigten sie und ihr Mann Erwin im Welschland eine so genannte Swin-Golf-Anlage bei einem Bauern. Was sie da sahen, gefiel ihnen: Auf Naturwiesen werden wie beim normalen Golf Bälle in Löcher gespielt. Der Unterschied: Die Bälle sind weicher, das Spiel ist einfacher als klassisches Golf und damit auch ein Familienvergnügen. «Wir sind überzeugt: Das ist etwas für den Tannhof.» Erste Abklärungen und Planungen mit einem Architekten folgten. Nur: 2007 kam ihnen das erste Golfplatzprojekt von Beinwil sozusagen dazwischen. Stöcklis erklärten sich in der Folge bereit, beim Golfplatz-Projekt mitzumachen. «Hätten wir uns quergelegt, wäre sicher auch unser Projekt nicht realisierbar gewesen», ist Milly Stöckli überzeugt. Deshalb unterschrieben sie die Vertragsvereinbarung des künftigen Golfplatzbetreibers.

Golf-Projekte im Weg

Das erste Golfplatz-Projekt scheiterte an der Gemeindeversammlung vom 25. Dezember 2007. Als Dieter Greber, Geschäftsführer der Leuthard AG, zusammen mit Daniel Weber, Betreiber der Golfplätze Sempachersee und Kyburg/Winterthur, einen zweiten Anlauf für den Golfplatz Beinwil machte, sahen sich Stöcklis wieder in der gleichen Situation. Aber mit der Ablehnung des zweiten Projektes Ende November letzten Jahres durch die Stimmberechtigten ist jetzt der Weg frei für ihr Vorhaben.

Aufgabe für neuen Gemeinderat

Erste Gespräche mit dem Kanton, Vertretern des Regionalplanungsverbandes und dem Gemeinderat Beinwil sind bereits erfolgt. Unter anderem gilt es abzuklären, ob und wie weit Nutzungs- und Zonenänderungen notwendig sind. Gemeindeammann Toni Zemp bestätigt, dass der Gemeinderat in die Pläne eingeweiht ist. Ebenso erklärt er aber: «Das ist sicher eine Aufgabe für den neuen Gemeinderat.» Der Gemeinderat Beinwil will das Thema, nach den zwei Niederlagen mit dem Golfplatz- Projekt, nicht mehr am Schluss der Amtsperiode behandeln. Dafür hat Milly Stöckli Verständnis. Auch wenn ihr Projekt ausschliesslich auf dem eigenen Land realisiert werden soll, hofft sie aber auf «eine positive Grundstimmung im Gemeinderat». Später soll auch die Bevölkerung an einem offiziellen Informationsanlass orientiert werden.

«Beinwil gewinnt»

Milly und Erwin Stöckli sind überzeugt, dass Beinwil mit der Swin-Golf-Anlage nur gewinnt. «Es entsteht eine Freizeitanlage ohne ökologische Belastung. Es wird auf Naturwiesen gespielt, es sind keine Terrainverschiebungen, keine künstlichen Wassertümpel oder Bewässerungen nötig», betont die Grossrätin. Vielmehr werde die heute ausgeräumte Landschaft mit Sträuchern und Bäumen biologisch aufgewertet. Die Spielbahnen werden einmal pro Woche gemäht, rund ums Loch wird das Gras zweimal mit dem Rasenmäher gestutzt. «Das wärs, und wenn es trocken ist, wird eben auf der ausgedörrten Wiese gespielt.» Das Spiel ist sogar im Winter auf gefrorenem Boden möglich. Eine grosse Verkehrsbelastung erwartet sie für Beinwil nicht: «Die meisten werden von Rüstenschwil her zur Anlage fahren.»

Geplant ist die Gründung einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung, in der Milly Stöckli die Geschäftleitung hat. «Die Gesellschaft hat Sitz in Beinwil und zahlt auch in der Gemeinde Steuern», unterstreicht sie.

Kein Restaurant

Wahrscheinlich ist eine Zonenänderung notwendig, obwohl sich die Abteilung Landschaft nicht ganz sicher sei. Das Land bleibe ja wie bisher Wiesland. Eine Bewilligung braucht es aber sicher für die Umnutzung der Gebäude des Tannhofes. Hier soll ein Bistro eingerichtet werden, in dem Getränke und nicht mehr als kleine Snacks angeboten werden. Obwohl Milly Stöckli das Wirtepatent besitzt, will sie kein Restaurant einrichten. «Die Spielerinnen und Spieler sollen nach ihrem Vergnügen die lokalen Gaststätten aufsuchen; dafür könnten diese auf dem Gelände auch Werbung machen.»

Nun soll das planerisch fortgeschrittene Projekt konkret werden. Theoretisch ist eine Umsetzung im nächsten Jahr möglich. «Wir sind parat», sagt Milly Stöckli.

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