Fahrhof Wohlen
«Wir bauen keine Rennstrecke»

3,347 Mio. Franken investiert die Fahrhof Wohlen AG in eine Ausbildungsanlage neben dem Winterquartier des Circus Monti. Auf der Piste sollen Fahrlehrer und -schüler geschult werden. «Es ist keine Rennstrecke, üblich sind Innerortsgeschwindigkeiten», hält die Bauherrschaft fest.

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«Wir bauen keine Rennstrecke»

«Wir bauen keine Rennstrecke»

Fabian Hägler

Ein paar Fahrspuren verlaufen heute schon auf dem Feld, wo bald die neue Schulungsanlage des Wohler Fahrhofs stehen soll. Gemäss dem Baugesuch, das seit gestern Mittwoch öffentlich aufliegt, ist auf dem Areal zwischen dem Winterquartier des Circus Monti (im Bild rechts) und den Schrebergärten eine Rundfahrbahn mit Kurvengleitbelag und weiteren Aktionsflächen für die Fahrausbildung geplant.

Das nötige Land in der Industriezone konnte die Fahrhof Wohlen AG im Baurecht von der Ortsbürgergemeinde Wohlen erwerben. Neben der Fahrpiste sollen auch ein Schulungsgebäude und Parkplätze für die Kursteilnehmer erstellt werden.

Fahrhof wechselt den Standort

Heute wird die Fahrausbildung auf dem Areal der Montana AG in Villmergen durchgeführt. Weil der Eigentümer dort einen Neubau realisieren will, hat er den Mietvertrag mit der Fahrhof AG gekündigt.

Das ist laut Baugesuch der eigent-
liche Auslöser, dass die Fahrhof AG einen anderen Standort für ihre Schulungsanlage suchen musste. Für das ausgewählte Areal der Ortsbürger im Wilermoos werden jährliche Baurechtszinsen von rund 93000 Franken fällig. Bereits im letzten Jahr bezog der Fahrhof auch ein neues Verwaltungsgebäude an der Breitistrasse.

Als das Projekt im vergangenen Jahr publik wurde, kamen Bedenken wegen der möglichen Lärmbelastung während Kursen auf. Diese werden im Baugesuch zerstreut. «Die Anlage ist keine Rennstrecke, auf der mit hohen Geschwindigkeiten gefahren wird», hält die Bauherrschaft fest.

Fahrten mit höchstens 50 km/h

Üblich sei Innerortstempo, also rund 50 km/h. Zudem beschränke sich der Schulungsbetrieb im Normalfall auf die üblichen Arbeitszeiten. Mehrheitlich soll die Anlage für die Zweiphasenausbildung von Junglenkern benutzt werden. Dabei ist eine 12er-Gruppe auf der Rundstrecke unterwegs, während die zweite Gruppe die Fahrübungen beobachtet.

Lärmbelastung «sehr gering»

«Jeder Kursteilnehmer absolviert rund 8 bis 10 Fahrten pro Tag, das Verkehrsaufkommen und die Lärmbelastung sind somit sehr gering», ist im Baugesuch zu lesen.

Erschlossen wird die Schulungsanlage über die Wilstrasse, die Richtung Dorfkern gesperrt ist. Deshalb sind die angrenzenden Wohngebiete durch Zu- und Wegfahrten zum Fahrhof nicht betroffen. Auch das erwartete Verkehrsaufkommen ist gemäss Fahrhof-Angaben «sehr bescheiden». Bei Maximalbelegung sei mit rund 40 Zu- und Wegfahrten täglich zu rechnen.

Um Unbefugten den Zutritt zu verwehren, wird die gesamte Anlage eingezäunt. Gegen die Schrebergärten (im Bild links) hin ist ein begrünter, zwei Meter hoher Holzzaun geplant.

Parkplatz für Niedermatten

Für das benachbarte Sportzentrum Niedermatten ergibt sich mit dem Bau der Schulungsanlage ein zusätzlicher Vorteil. Bei Grossveranstaltungen mit viel Publikum können künftig die Fahrhof-Flächen, die zum grossen Teil asphaltiert werden, als weitere Parkplätze benutzt werden.

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