Grabschänder

«Wir wissen noch nicht, wie die Buben bestraft werden»

Die Grabschänder von Oberrohrdorf sind zwei siebenjährige Buben. Diese haben bis jetzt offenbar nicht realisiert, was sie angerichtet haben. Die Schulpflege nimmt sich nun des Falles an und wird auch über die Strafe entscheiden. Der Polizei gemeldet hat die beiden jugendlichen Strolche die Mutter des einen.

Maja Sommerhalder

«Ich bin bestürzt», sagt Daniel Hug. Heute Morgen hat der Oberrohrdorfer Gemeindeammann aus der «Aargauer Zeitung» erfahren, dass zwei siebenjährige Buben vor einer Woche auf dem Friedhof einen regelrechten Saubannerzug veranstaltet haben. «Dies ist doch kein Lausbubenstreich. Auch wenn die Buben erst sieben sind, sollten sie spüren, dass man so etwa nicht macht.» Dies habe mit gesundem Menschenverstand zu tun.

Die zwei Buben aus der Gemeinde Oberrohrdorf haben auf dem Friedhof am 3. März Holzkreuze ausgerissen, zwei Grabsteine verschoben und den Grabschmuck zertreten. Die Gemeinde hatte danach eine Belohnung von 2000 Franken ausgesetzt.

Ob Täter überhaupt bestraft werden, ist offen

Ob diese allerdings ausbezahlt wird, ist mehr als fraglich, denn nach der Tat meldete sich die Mutter eines beteiligten Buben bei der Polizei. «Noch sind die näheren Umstände unklar, da die Ermittlungen noch laufen», so Bernhard Graser von der Kantonspolizei. Heute werden die Buben von der Polizei nochmals befragt.

Nachdem die Kantonspolizei die Ermittlungen abgeschlossen hat, übernimmt die Schulpflege Oberrohrdorf die Verantwortung für das Verfahren. «Wir wissen noch nicht, wie die Buben bestraft werden», sagt Schulpflegepräsident René Steiger: «Es kommt darauf an, was sie genau gemacht haben, und ob sie schon vorher verhaltensauffällig waren.»

«Sie realisierten es nicht»

Zudem wurden die Geschädigten gebeten, sich bei der Schulpflege Oberrohrdorf zu melden, egal ob sie eine Strafanzeige eingereicht haben oder nicht. «Wir werden die Schadenersatzforderungen sammeln und entscheiden, wie es weitergeht. Sicher werden wir mit den Eltern der Buben Kontakt aufnehmen», so Steiger. Diese werden wahrscheinlich für den Sachschaden aufkommen müssen.

Wer die zwei Buben sind, weiss Steiger noch nicht. «Wir haben die Akten von der Kantonspolizei noch nicht erhalten.» Er ist davon überzeugt, dass die Kinder nicht realisierten, was sie angerichtet haben. «Ich glaube, dass sie eher zufällig den Friedhof als Tatort auswählten. Es hätte ebenso gut ein Garten sein können.»

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