Solothurn
Wo man viele Bekannte trifft

Am 1. November ist es Brauch, den Verstorbenen auf Friedhöfen einen Besuch abzustatten und ihrer zu gedenken. Wir suchten einige letzte Ruhestätten wichtiger Persönlichkeiten in der Region auf. Im soeben erschienenen Buch von Hanspeter Buholzer «Immortalis» sind noch viel mehr zu finden.

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Grabsteine

Grabsteine

Schweiz am Sonntag

Fränzi Rütti-Saner (Text)
und Oliver Menge (Bild)

Ein paar Tage vor dem 1. November herrscht auf jedem Friedhof ungewöhnlich grosse Betriebsamkeit. Es ist höchste Zeit, die Gräber der verstorbenen Angehörigen neu zu bepflanzen und herzurichten, denn auf den Allerheiligentag werden die meisten von ihren Angehörigen oder Freunden aufgesucht. So will es der alte christliche Brauch. Doch es lohnt sich, auch mal übers Jahr durch Friedhofanlagen zu spazieren. Das hat Hanspeter Buholzer gemacht, der Autor des soeben erschienenen Buches «Immortalis», was so viel wie Unsterblichkeit heisst. Seit Jahren - so schreibt der Autor im Vorwort - besucht er die letzten Ruhestätten der Verstorbenen, und so sei er auf die Idee zu dieser speziellen Art Guide gekommen.

Tatsächlich ist es erstaunlich, welche Prominenz auf den Friedhöfen in der ganzen Schweiz zu finden sind. Bei vielen ist es klar, denn, dass die Familie von Thomas Mann nach dem Zweiten Weltkrieg in Kilchberg/ZH lebte, weiss man. Dass aber alle Familienmitglieder bis auf Klaus Mann dort auch begraben sind, ist man sich eher nicht bewusst. Weitere grosse internationale Persönlichkeiten sind in Schweizer Erde begraben. So zum Beispiel Georg Büchner, Richard Burton oder Elias Canetti. Aber auch Erasmus von Rotterdam oder James Joyce. In Zürich und im Tessin haben die meisten Prominenten ihre letzte Ruhe gefunden.

Info

«Immortalis – Prominenz auf Schweizer Friedhöfen». Hanspeter Buholzer, Trubschachen, Landverlag. 119 S. ill. Fr. 37.90

In der Region Solothurn wird es der Friedhof auf St. Niklaus mit der grössten «Prominentendichte» sein. Alle bedeutenden Solothurner Familiennamen sind dort zu finden. Im Bernischen kann Lützelflüh gleich mit zwei wichtigen Schriftstellern, Jeremias Gotthelf und Simon Gfeller, aufwarten.

Doch es gibt manche Persönlichkeit, deren Grab man vergebens sucht. So ist beispielsweise Max Frischs Asche in seinem Garten verstreut worden. Oder wussten Sie, dass Sie beim nächsten Besuch auf dem Rütli möglicherweise über Mäni Webers Asche laufen?

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