Schwindelerregend

Zwischen Freude und Verzweiflung: Wie Kletterprofi Michael Wohlleben eine Route im Alpstein sucht

Profikletterer Michael Wohlleben will eine neue Kletterroute anlegen

Profikletterer Michael Wohlleben will eine neue Kletterroute anlegen

Diese Bilder zeigen eindrücklich, wie eine Kletterroute entsteht. Dazu gehören auch Rückschläge und Stürze von mehreren Metern, bis das Seil Wohlleben auffängt.

An der Felswand Dreifaltigkeit im Alpstein in Appenzell will Michael Wohlleben eine neue Kletterroute anlegen. Das ist selbst für den Profi eine Herausforderung.

Selbst schwindelfreien Personen dürfte der Atem stocken, wenn Michael Wohlleben sich nicht mehr halten kann, abrutscht und in die Tiefe stürzt. Nach einer Schrecksekunde wird er vom Seil aufgefangen, er flucht, schlägt gegen den Fels, und macht sich wieder auf den Weg nach oben. 

Manchmal habe er vier Tage gebraucht, um einen einzigen Bohrhaken zu setzten, sagt er gegenüber SRF. Sein Ziel ist es, eine neue Route anzulegen. "Jetzt fehlen noch acht Meter. Und ich weiss nicht, ob die überhaupt kletterbar sind", so der 29-jährige Deutsche.

Bevor er in den Fels bohrt, ist eine Zwischensicherung notwendig. Solange die Belastung nach unten gehe, könne nichts passieren, erklärt der Profi. "Aber wenn man anfängt zu bohren, oder die Hüfte rausnimmt, dann kriegt der Haken eine Belastung nach aussen, und irgendwann ist er weg."

Kletterrouten zu bohren ist grundsätzlich erlaubt, solange es mit Natur- und Wildschutz vereinbar ist. Auf die Idee gekommen ist Wohlleben durch die zusätzliche Zeit, die er momentan wegen der Corona-Situation hat. Das Vorhaben dauert bereits Wochen. (kob)

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