Models

Vor diesen Kurven gehen wir auf die Knie

In Frankreich und den USA erhalten Plus-Size-Models mehr Aufmerksamkeit denn je. Gut möglich, dass die Frauen, die sich zu ihren Extra-Pfunden bekennen, bald den dünnen Magermodels den Rang ablaufen.

Sie sind im schnitt zwanzig Kilo schwerer als Gisele Bündchen, Rosie Huntington und Co.. Sie halten nicht hauptberuflich Diät und verbringen den Tag auch nicht gänzlich im Fitnesstudio. Jennie Rank, Robyn Lawley und Co. sind Amerikanerinnen, die sich bewusst gegen das Dauerhungern entschieden haben und nun mit ihren Kurven in der Modewelt für Furore sorgen.

Diese sogenannten Plus-Size-Models sind die neuen Supermodels. Während die kurvigen Damen (ab Grösse 40!) vor einigen Jahren noch als Nischen-Models galten, erlangen sie heute immer mehr Ansehen und Einfluss.

Einsicht des Modegiganten?

Erst jüngst bewies Jennie Runk (Größe 42), dass Models jenseits der Kleidergrösse 36 nicht mehr in der Übergrössen-Ecke stehen. Die aktuelle Bademoden-Kampagne von H&M zeigt das runde Model in der normalen Beachwear-Linie des Hauses. Die Resonanz auf die Kampagne war gigantisch. Und prompt schob Unternehmens-Chef Karl-Johann Persson (38) eine offizielle Mitteilung nach, in der er gesteht: «Unsere Models waren zu dünn!».

Vorreiterin dieser neuen Entwicklung ist Franca Sozzani (63), die Chefin der italienischen «Vogue». Sie forderte als Erste reale, authentische Models und brachte bereits 2011 eine Ausgabe heraus, auf deren Cover die schönsten Plus-Size-Models der Branche zu sehen waren. Unter ihnen auch Model Robyn Lawley (Grösse 40), die daraufhin einen Werbe-Job bei Ralph Lauren ergatterte. Der US-Designer buchte sie für seine letzte Herbst/Winter-Kampagne. Damit stach Lawley die herkömmlichen, dünnen Models aus, auf die Lauren früher setzte.

Auch die kanadische «Vogue» sorgte für Gesprächsstoff, als sie Justine LeGault in voller Pracht und runden Schenkeln auf ihr Titelblatt setzte. Volle Vorbilder als Abbild unserer Gesellschaft, in der laut «Spiegel» die durchschnittliche Kleidergrösse erwachsener Frauen bei einer 42 liegt...

Fitness und Dauerdiät

Wenn es jemandem noch nicht aufgefallen ist, dass Frauen nicht standardmässig in Größe 36 existieren, dann ist er blind - oder hat Cremeschnitten einfach nicht auf dem Radar. Oder Modedesigner. Letztere propagieren superschlanke Körper nicht nur auf den Laufstegen, die meisten von ihnen produzieren ihre Kreationen von vorn herein auch höchstens bis Kleidergrösse 40.

Models wie Jennie Rank oder Saffi Karina wurden von ihren Modeagenturen einst rausgeworfen, weil sie sich weigerten, auf Kindergrösse runterzuhungern. Nun machen sie mit ihren Kurven Mut - und Akzeptanz ist der erste Schritt zur Besserung, den wir alle nötig haben. (cls)

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